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Gefängnis nach Bluttat am Casino

27.02.2008

46 000 Euro - so viel Geld hatte ein 76-jähriger Rentner in der Tasche, als er im Juli 2007 vor der Spielbank Hohensyburg niedergestochen wurde. Gestern verurteilte das Schwurgericht den Täter zu sechs Jahren und fünf Monaten Haft. Die Richter werteten die Bluttat als versuchten Totschlag.

Zehn Jahre lang hatte der Angeklagte ein unauffälliges Leben geführt. Er verdiente sein Geld als Maurer, hatte Frau und drei Kinder. Als er sich jedoch selbstständig machte, ging es nur noch bergab. Kunden zahlten nicht, Aufträge platzten. Um die Verluste aufzufangen, versuchte sich der 37-jährige Sauerländer als Glücksspieler. Ganz legal in der Hohensyburg, aber auch illegal in schummrigen Dortmunder Zocker-Kneipen. Mit Verlusten von bis zu 30 000 Euro in einer Nacht.

Immer wieder musste sich der Angeklagte Geld leihen, immer stärker geriet er dadurch unter Druck. Wenn es stimmt, was er vor Gericht erzählte, dann hatte er am Ende große Angst um seine Familie. Auch Frau und Kinder seien mit dem Tode bedroht worden. Seine gesamten Schulden sollen sich auf 300 000 Euro belaufen haben.

Den Castroper Rentner hatte er am Roulette-Tisch beobachtet. Der 76-Jährige spielte offenbar nach einem System. Er schrieb sich Zahlen auf, gewann große Mengen Geld. Der Angeklagte war ihm schließlich bis auf den Parkplatz gefolgt. Kaum saß der Senior im Auto, zückte er sein Messer und stach zweimal zu. Sein Opfer erlitt schwere Verletzungen an Hals und Lunge. Beute hat der 37-Jährige allerdings nicht gemacht. Bevor er den 76-Jährigen richtig durchsuchen konnte, wurde er in die Flucht geschlagen. jh

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