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Geschwister zahlten mit gefälschtem 200-Euro-Schein

28.02.2008

Der Bruder (22) auf der Flucht vor der Polizei, weil er von einem Gefängnisfreigang nicht zurückgekehrt ist. Die Schwester (17) betrunken auf dem Spielplatz. Beide Schulabbrecher, beide mehrfach vorbestraft. Die Dortmunder Geschwister sind bereits früh auf die schiefe Bahn geraten. Gestern saßen sie gemeinsam auf der Anklagebank des Landgerichts. Der Vorwurf: Geldfälschung.

Am 15. Mai 2006 steckte der damals flüchtige 22-Jährige seiner Schwester einen falschen 200-Euro-Schein zu, um Zigaretten am Kiosk zu kaufen. Das Mädchen schickte aber ihre Trinkkumpanin (18) vor, da sie selbst Schulden bei dem Kioskbetreiber hatte. Die Freundin wusste nichts von der "Blüte". Erst als der Kioskbesitzer seine Einnahmen zur Bank brachte, flog der Schwindel auf.

Im Prozess stritt der junge Mann zunächst jegliche Tatbeteiligung ab; seine Schwester gab an, das Geld von ihrem "Schwager Ibo" erhalten zu haben, ohne zu wissen, dass es unecht war. Diese Version glaubte schon das Amtsgericht im vergangenen Jahr nicht und verurteilte die ausgebufften Geschwister: Er bekam acht Monate Haft auf Bewährung, sie vier Wochen Dauerarrest. In ihre Strafe wurden noch eine Beleidigung und ein Hausfriedensbruch einbezogen.

Vor der 31. Strafkammer legten die Geschwister Berufung ein. Doch auch dort ernteten sie Zweifel, so dass der Vorsitzende Richter den Beiden anriet, die Tat "in brüderlicher Liebe" zu gestehen.

Urplötzlich geläutert, revidierten sie ihre Aussage und vertrauten auf die erzieherische Milde der Kammer: sechs Monate Jugendhaft auf Bewährung für den Bruder und 90 Stunden Sozialarbeit für die Schwester. wit

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