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Gipfeltreffen der Spaßmacher im Konzerthaus

DORTMUND Ein Gipfeltreffen der Spaßmacher ist die neue Show „Clowns in Concert“ von Roncalli-Chef Bernhard Paul im Konzerthaus. Das Publikum hat die Premiere am Freitagabend trotz ein paar Längen im Drei-Stunden-Programm begeistert gefeiert.

von Von Julia Gaß

, 02.02.2008
Gipfeltreffen der Spaßmacher im Konzerthaus

Natalie Choquette riss als "La Diva" das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Statt Trapezkunst gab es humoristische Höhenflüge, statt Akrobatik am Vertikalseil Fingerakrobatik am Xylophon. Und auch ohne Sinfonieorchester (dafür mit Pianist Martin Schmitt und Band) war die Show reich an klassischer Musik.

Derwisch am Xylophon

Ein Derwisch am Xylophon ist Dirk Scheffel, der im Csárdás von Monti die Holzplättchen rasant zum Tanzen brachte, in Offenbachs Can Can die Schlegel auch mit verbundenen Augen wirbeln ließ und aus einem Luftballon und einer Mundharmonika einen Dudelsack bastelte. – Verblüffend.

Viva La Diva

Umjubelter Star der sonst rein männlich besetzten Show war „La Diva“ Natalie Choquette. Nie wieder wird man das „Nessun dorma“ so schön mit Rotwein gegurgelt und mit einer Portion Spaghetti in den Backen gesungen hören. Und wer die Traviata im Kopfstand auf dem Klavier sterben sehen möchte, wird diese „Primadonna phantastica“ mit der Koloraturstimme in der Brust und dem Parodie-Schalk im Nacken so schnell nicht vergessen.

Pantomimen-Oper

Eine ganze Pantomimen-Oper und ein amüsantes Concerto grosso brachte David Larible mit Zuschauern auf die Manegenbühne. – Bei soviel Charme, mit dem der berühmteste Clown der Gegenwart die Besucher an der roten Nase herumführte, pfiff nicht nur der melancholische Weißclown Gensi vor Begeisterung auf den Fingern.

Der Klassik-Clown im Spaßmacher-Quartett war Sergej Maslennikov, der mit Geige, Bogen, Noten und Perücke jonglierte, dabei den Notenständer auf dem Kopf balancierte und sich darüber verschmitzt wie ein Kind freute.

Slapstick-Pantomime

Die ebenso leise Kunst der Slapstick-Pantomime beherrschte Csaba Mèhes, ein Meister des schönen Scheiterns. Mit Brille, Klavier, und Geltube kämpfte der moderne Buster Keaton in seiner eigenwilligen Interpretation von Schuberts „Forelle“ – eine bezaubernde Kunst ohne Worte, aber mit viel Herz.

Zirkus-Poesie

Martin Schmitt war Moderator, Entertainer, Jazz- und Schlager-Pianist in Personalunion. Allerdings war die Premiere im ersten Teil fast eine Schmitt-Show mit Clown-Einlagen. Bernhard Paul strafft die Show für die Vorstellungen am Samstag (2.2.) und Sonntag (3.2.) noch etwas und stellt die Clowns mehr in den Mittelpunkt.

Das große Gespür des Roncalli-Chefs für Zirkus-Poesie, die sich im Schlussbild auf der nostalgisch dekorierten Bühne besonders schön vermittelte, hat auch die Kinder fasziniert

Vorstellungen: Samstag (2.2.) und Sonntag (3.2.), jeweils 15 und 20 Uhr, im Konzerthaus. Karten: Tel. 22 696 200

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