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Großer Spielraum

Dumpinglöhne bei den Stadttöchtern soll es nicht geben, ist sich die Mehrheit des Rates einig. Die Linken im Rat haben allerdings Zweifel, ob diese Erwartung überall erfüllt wird und eine entsprechende Anfrage an den Oberbürgermeister gestellt.

25.02.2008

In der Kritik steht einmal mehr die EDG Logistiktochter Dolog, die im Herbst 2006 gegründet wurde und damals bereits Auslöser für eine erste Mindestlohndebatte im Rat war. Klares Ziel der Muttergesellschaft war es, mit den dort angepeilten Tarifen der privaten Konkurrenz Paroli bieten zu können. SPD und Grüne bekämpften ihre Bauchschmerzen beim Gründungsbeschluss mit einem in Form eines Antrags gegossenen Vorbehalt. Danach sollten "Neueinstellungen mit der Zielsetzung erfolgen, die Mitarbeiter entsprechend den Tarifbedingungen des BDE-Tarifvertrages einzugruppieren." Hinter BDE verbirgt sich der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft, der die private Abfallwirtschaft vertritt und dessen Tarife unter dem Niveau des öffentlichen Dienstes liegen.

Der Haken: Wenn die EDG BDE-Tarif zahlen wollte, hätte sie sich die Gründung der Dolog sparen können. Denn der private Tarif gilt bereits für die EDG-Tochter Welge. Tatsächlich liegen die bei Dolog gezahlten Löhne 12 Prozent unter dem BDE-Niveau. 8,68 Euro erhalten die 43 Mitarbeiter, die mit individuellen Dolog-Verträgen seit Anfang Januar die Gelben Tonnen leeren. "Mit Leistungsprämien kommen die Mitarbeiter auf 9,02 Euro", berichtet EDG-Sprecher Matthias Kienitz. Das im rot-grünen Antrag benutzte Wort "Zielsetzung" mit Blick auf den BDE-Tarif lasse aber diesen Spielraum, ist man bei der EDG überzeugt.

Kienitz muss zudem einräumen, dass die aktuellen Arbeitszeiten der Dolog-Truppe derzeit über dem üblichen Maß liegen. Statt 40 waren die Mitarbeiter zuletzt 48,9 Stunden pro Woche unterwegs. Was Kienitz mit den Startschwierigkeiten bei der Übernahme des Gelbe Tonnen-Auftrags erklärt. Die allesamt neu eingestellten Müllmänner müssten ihre Reviere erst kennen lernen. "Mit steigender Ortskenntnis und Routine wird dann auch die Arbeitszeit geringer", betont der EDG-Sprecher. Energisch bestritten wird, dass es, wie von den Linken vermutet, zu häufigen Überschreitungen der zulässigen Lenkzeiten kommt. Ohnehin gehörten zu jedem Team jeweils zwei Fahrer, die sich im Extremfall am Steuer abwechseln könnten, betont Kienitz. Oli

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