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Gutachterin: Kind wird gequält

19.02.2008

Jetzt wird es hässlich: Der Hochzeitsmusiker, der sich zurzeit wegen Vergewaltigung vor dem Dortmunder Landgericht verantworten muss, will unbedingt seinen neunjährigen Sohn in den Zeugenstand rufen. Dabei würde er den Jungen damit regelrecht quälen.

Das hat eine Gutachterin gestern vor der 36. Strafkammer erklärt. Die Frau hatte den Neunjährigen in den vergangenen Wochen untersucht. Das Ergebnis ist erschreckend: Der Junge wird von seinem Vater angeblich regelmäßig geschlagen - und das erwarte er auch. Die Gutachterin: "Wenn er nicht geschlagen wird, denkt er, dass er kein richtiger Mann wird, dass er nicht hart genug wird." Oder dass sein Vater sauer auf ihn sei. Er habe ständig Angst, etwas falsch zu machen, die falschen Antworten zu geben. Emotionale Wärme? So etwas habe es zu Hause nicht gegeben. Und gefördert wurde der Grundschüler auch nicht. Die Gutachterin: "Er hat im Elternhaus nicht gelernt, was er hätte lernen müssen. Er kann nicht einmal seine Jacke auf einen Haken hängen." Von schulischen Defiziten ganz zu schweigen. Zu einer Zeugen-Aussage, so ihr Fazit, sei der Junge nicht in der Lage.

Trotzdem will der Hochzeitsmusiker die Vernehmung des Neunjährigen weiter durchsetzen. Weil der Junge angeblich aussagen wird, dass das mutmaßliche Opfer, seine ehemalige Freundin, im Oktober 2006 nicht fluchtartig die Wohnung verlassen habe. Ob der Junge tatsächlich in den Zeugenstand muss, soll nun ein Familienbetreuer entscheiden. Jörn Hartwich

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