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Händler fühlen sich zweifach ausgebremst

DORTMUND Die geplante Umweltzone stößt in der Wirtschaft auf wenig Gegenliebe. Das ist nicht neu. Die Händler Marcus und Manfred Berlinski fühlen sich darüber hinaus noch vom städtischen Einzelhandelskonzept ausgebremst.

von Von Bettina Kiwitt

, 12.02.2008
Händler fühlen sich zweifach ausgebremst

Manfred Berlinski will möglicherweise mit seinen Modelleisenbahnen umziehen.

An der Märkischen Straße betreiben Vater und Sohn unabhängig voneinander ein Einzelhandelsgeschäft für Modellbauartikel und ein Fachgeschäft für Modelleisenbahnen. Beide Fachgeschäfte haben eine Größe von jeweils 750 qm und gehören nach Angaben der Berlinskis zu den größten in Europa. In beiden Geschäften arbeiten rund 18 Beschäftigte.

Geschäfte nicht zu halten

„Sollte die Märkische Straße zur Umweltzone erklärt werden, gehen wir davon aus, dass die Umsätze erheblich zurückgehen“, befürchten die beiden. Denn Nicht-Dortmunder würden keine Umweltplakette besitzen und auch keinen Grund sehen, sich eine zu besorgen, wenn sie normalerweise Umweltzonen nicht befahren müssten. Ausländer, die immerhin rund 10 bis 15 Prozent ihrer Kundschaft ausmachten, besäßen überhaupt gar keine Umweltplakette. „Dazu kommen noch die Autobesitzer mit älteren Dieselmodellen, die uns nicht mehr besuchen können. Sollte es in Deutschland keine einheitliche Regelung geben, ist mit einer großen Wettbewerbsverzerrung zu rechnen“, befürchtet Manfred Berlinski. Beide Geschäfte seien dann nicht mehr zu halten.

"Grüne Wiese" tabu

Ein Umzug in andere gut frequentierte Gebiete wie z.B. Indupark oder Gewerbegebiet Aplerbeck werde ihnen wiederum durch die Stadt verwehrt. Denn Spielzeug ist ein laut Masterplan Einzelhandel „zentrenrelevantes Sortiment“ und darf daher nicht auf die grüne Wiese, sprich Indupark, Bornstraße oder Aplerbeck sind tabu. Entsprechende Anfragen von Vater und Sohn Berlinski sind daher bereits abgelehnt worden. Dabei seien beide Läden Spezialgeschäfte in erster Linie für Erwachsene und auch nicht dem Segment Spielwaren zuzuordnen. „Leider wird bei einer Nutzungsanfrage nicht differenziert“, kritisieren die Berlinskis. Dass erst kürzlich TOYS“R“US im Indupark eröffnen durfte, hat etwas mit Bestandsschutz zu tun. Denn vorher war in der Immobilie ein Babymarkt von Lütgenau beheimatet, der zum Segment Spielwaren gezählt wurde.

Nachdenken über Standortverlagerung

Wie auch immer: Die Berlinskis suchen jetzt nach anderen Lösungen. Alternativ prüfen sie eine Standortverlagerung in eine der umliegenden Städte.

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