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Hausbesitzer darf Kastanie nicht fällen

12.02.2008

Einer etwa 80 Jahre alten Kastanie im Kreuzviertel sollte es nach dem Willen ihres Besitzers an den Kragen gehen. Drei Jahre lang kämpfte er darum, dass er den Baum fällen darf - gestern jedoch hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschieden, dass die Kastanie stehen bleiben muss.

Der 24 Meter hohe Baum war dem Grundstücksbesitzer seit Jahren ein Dorn im Auge: Die Äste und Blätter der Kastanie hätten das direkt daneben stehende Wohnhaus dermaßen in Schatten getaucht, dass sich seine Mieter bei ihm beschwerten. Also beantragte der Hausbesitzer bei der Stadt eine Fällgenehmigung für den geschützten Baum. Die allerdings legte Einspruch ein, erlaubte aber eine Kürzung um ein Drittel, also auf eine Höhe von 16 Meter. Das ging dem Hausbesitzer jedoch nicht weit genug, er klagte vor dem Verwaltungsgericht.

Gestern hatte das Gericht einen Baum-Experten als Gutachter geladen - sein Ergebnis: "Das ist ein schöner Baum, der nicht gefällt werden muss." Der Hausbesitzer hingegen hatte mit einem eigenen Gutachten argumentiert, dass die Kastanie das Zurückschneiden ihrer Äste nicht lange überleben würde und dann Gefahr durch herabfallende Zweige bestehe.

Der Gerichts-Sachverständige sah das anders: Die Kastanie habe zwar leichten Pilzbefall und unüblichen Ästewuchs - aber dennoch sei sie keine besondere Gefahrenquelle. Und die Pflegekosten für den Baum schätzte er wesentlich geringer ein als der Besitzer.

Das Gericht entschied gestern, dass sich der Kläger nicht auf die Ausnahmeregelungen der Dortmunder Baumschutzsatzung berufen kann: "Eine Fällung kann nur die Ultima Ratio sein", sagte der Vorsitzende Richter. Dem Gutachten zufolge gebe es keine Gefahrensituation durch den Baum, zudem seien Schatten und Kosten zumutbar.

Einen kleinen Sieg konnte der Hausbesitzer dennoch verbuchen: Er darf den Baum nun in der Höhe um fast die Hälfte kürzen. if

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