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Heiße Eisen, lahmer Herzog

Wie soll unsere Zukunft aussehen? In welcher Welt wollen wir leben? Wie sehen Visionen, Entwürfe, Utopien von morgen aus? Das Filmfestival "ueber morgen", bis Sonntag (24. 2.) zu sehen in der Schauburg, will Denkanstöße liefern. Denn das Sein von morgen gründet auf dem Bewusstsein von heute.

19.02.2008

Heiße Eisen, lahmer Herzog

<p>"The Wild Blue Yonder" heißt ein Film von Werner Herzog, der jedoch wenig überzeugte. Foto: Filmfestival</p>

Ein Dutzend Filme läuft auf dem Festival. Etwa Dokus zu Themen wie Afrikaner in Berlin ("I Broke My Future"), Bevölkerungsexplosion ("Unser Planet"), Leben im Ökodorf ("Menschen, Träume, Taten") oder der Verödung im deutschen Osten ("Eggesin möglicherweise").

Heiße Eisen werden angepackt, und eine Diskussion über den Filmstoff ist ausdrücklich erwünscht. Hinter dem Festival steht die Initiative "Die Gesellschafter", ein Zusammenschluss der "Aktion Mensch" (früher "Aktion Sorgenkind") mit diversen Verbänden und Initiativen.

Petra Domhöver vom Frauenfilmfestival Dortmund/Köln hat zu den Filmen Festivalpartner aus Dortmund gesucht. Greenpeace, Infozentrum 3. Welt, Attac oder der Jugendring informieren als "Paten" über ihre Arbeit.

Im besten Fall wird das Kino zum Debattierclub, wo Meinungen aufeinander prallen. So geschehen nach der Vorführung von Camila G. Urzúas Kuba-Porträt "Hinter dem Zuckervorhang". Steht der Exodus vieler Kubaner für das Scheitern des Sozialismus auf der Insel? Ist das Meer ein Eiserner Vorhang, der die Menschen in Fidels Reich gefangen hält, wie der Exilkubaner Jorge Pomar sagt ?

Da schwoll den Altlinken im Saal der Kamm. Das sei Polemik und keine Analyse, lautete der Vorwurf an den in Köln lebenden Journalisten. Der Film zeige sehr wohl auch Leistungen des kubanischen Modells, auf das die Leute dort stolz seien. Die Leier von den bösen USA, deren Boykott Kuba kaputt mache, sei Humbug, schoss Pomar zurück. Der Mangel sei systemgemacht, früher bloß durch Russland kompensiert worden.

Werner Herzogs Film "The Wild Blue Yonder" trat keine Debatte los. Eine langatmige, pseudo-poetische Reflexion über Mensch, Erde, Kosmos. NASA-Bilder, die simpel zu einer SciFi-Parabel umgedeutet werden. Bemühte Sinnhuberei. kai

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