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Her mit den Kulturtouristen

17.02.2008

Her mit den Kulturtouristen

<p>Mag außergewöhnliche Mischungen: Asli Sevindim. Ruhfaut</p>

Sie lächelt als ihr zwei Tassen gereicht werden. Eine mit Kaffee, eine mit Kakao. Eine seltene Mischung. Aber Asli Sevindim mag sie. Die künstlerische Direktorin für die Kulturhauptstadt 2010 ist besondere Mischungen gewohnt. Vor 34 Jahren wurde sie in Duisburg als Kind türkischer Eltern geboren. Sie ist Muslimin und mit einem Deutschen verheiratet. Wenn sie von ihrer Arbeit erzählt - und das tut sie gerne - dann im reinsten deutsch oder in symphatischem Ruhrpott-Dialekt. Am Samstagabend verriet sie im Fletch Bizzl etwas über ihre Vorstellungen für die Ruhr 2010.

"Kulturelle Vielfalt ist keine Kunstsparte", sagt Sevindim. "Sie muss Standart werden." Diese Forderung hat sich Sevindim zum Ziel und Inhalt ihrer Arbeit gemacht. Es soll nicht ethnitisiert werden. Vielmehr solle man sich mit der Vielfalt der Kulturen auseinander setzen. Erreichen könne man das nur, indem man mit den Menschen zusammenarbeitet. "In vielen Städten im Ruhrgebiet haben 40 Prozent der Jugendlichen einen Migrationshintergrund. Da können keine Leute über Programme entscheiden, die von den Beatels geprägt wurden, während das potenzielle Publikum Bushido hört."

Über mangelnde Beteiligung von Bürgern an der Ruhr 2010 kann sie dagegen nicht klagen. 650 Ideen für Veranstaltungen sind bisher eingegangen. "Die sichten wir jetzt", sagt Sevindim. Ein Haufen Arbeit. Bis Oktober soll das Programm stehen, mit dem sie "Kulturtouristen" holen und das Image des Ruhrgebiets verbessern will. Für die Menschen im Ruhrgebiet wünscht sie sich Nachhaltigkeit - trotz knapper Mittel.

Dass die Zeit knapp ist, weiß sie. Aber die WM hat ja auch nur ein Jahr Vorlaufzeit gebraucht, wirft Kulturdezernent und Moderator Jörg Stüdemann ein. Sevindim: "Aber die haben ja auch Kohle, ey!" ruh

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