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Karfreitag in Oper und Passion

24.02.2008

Programmatisch gewagt, aber schlüssig ist die Idee, die der Bochumer Generalmusikdirektor Steven Sloane (Foto) vor zwei Jahren hatte: Zwischen die beiden Teile von Bachs "Matthäuspassion" fügt er den 2. Akt von Wagners "Parsifal" ein. Passion trifft am 9. März im Konzerthaus also Karfreitagsoper.

Gut 150 Jahre trennen die beiden Monumentalwerke, die in diesem außergewöhnlichen, viereinhalbstündigen Konzert (inklusive zwei Pausen) erklingen. Trotzdem haben beide Werke, die um Schuld, Sühne, Erlösung, Macht und Liebe kreisen, nicht nur inhaltlich mit den beiden Verräter-Küssen des Judas und der Kundry viel gemeinsam. Auch eine Leitmotivtechnik, "die Rezitativ-Arien-Form und unendliche Melodien", schwärmt Sloane.

Der 49-Jährige will den Brückenschlag vom Barock in die Spätromantik, Verführung und Erlösungsgedanken, auf den die Oper konzentriert ist, mit den Bochumer Symphonikern mit viel Emotionalität füllen. Die Bach-Passion ist mit je zwei Orchestern und Chören (Sinfonischer Chor der Chorakademie auf der Bühne sowie dem Kinderchor der Chorakademie auf der Empore), zwei Orgelpositiven und der Klais-Orgel (Bernhard Buttmann) besetzt. Die Solisten sind Spezialisten für Alte Musik bzw. Wagner. Clifton Forbis singt auch an der Pariser Oper den Parsifal, Doris Soffel wird an der Staatsoper München als Kundry gefeiert. Bariton Jochen Schmeckenbecher (Klingsor) kennen die Dortmunder aus dem Wozzeck im Opernhaus. Evangelist in der Passion ist der Niederländer Marcel Beekman.

Der Passions-Parsifal ist wohl die ungewöhnlichste Aufführung in dieser Spielzeit. Wenn sie für ähnliches Aufsehen sorgt wie Zimmermanns "Soldaten" der Bochumer, die durch die Ruhrtriennale zum Kultstück wurden, wäre das kaum verwunderlich. JG

9.3., 16 Uhr, Brückstr. 21, Karten: Tel. 22 696 200

www.konzerthaus-dortmund.de

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