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Kinderärzte wollen ihr Image aufpolieren

24.02.2008

Das Image der Pädiatrie ist nach Einschätzung des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVJK) nicht das Beste. Um die Bedeutung dieser Ärztegruppe stärker in den Mittelpunkt zu rücken, hatte der Verband Westfalen-Lippe am Wochenende ins Kongresszentrum Westfalenhallen geladen.

"Keine Fortbildung für Ärzte beschäftigt sich mit kinderspezifischen Fragen", klagte etwa Dr. Uwe Büsching aus Bielefeld. "Darunter leidet unser Fachgebiet." Immer weniger würden Kinderärzte von der Öffentlichkeit wahrgenommen. "Natürlich, in 70 Prozent der Krankheitsfälle können ,normale' Hausärzte den jungen Patienten weiterhelfen. Aber in 30 Prozent ist unsere Erfahrung von entscheidender Bedeutung."

So erinnerte er sich an einen Fall, bei dem eine zwölfjährige Jugendliche morgens im Badezimmer ohnmächtig zusammengebrochen sei. Krankheit oder einfach nur Substanzmittelmissbrauch? Der Experte wusste schneller Bescheid als andere ratlose Ärzte: "Die junge Dame hatte einfach einige Tage zuvor ziemlich über den Durst getrunken."

Der bereits 6. Kongress der BVJK freute sich über ein weiter gestiegenes Interesse: "Rund 500 Besucher waren am Wochenende zu Gast", so Mitorganisator Dr Hermann Kalhoff. Besonders erfreulich war für die Veranstalter, dass von Seiten der Stadt (Gesundheits- und Jugendamt), der Hausärzte und auch der Selbsthilfegruppen von Jahr zu Jahr immer mehr Vertreter erscheinen.

"Das hilft uns, eine bessere Vernetzung zu schaffen", so Kalhoff. Auch außerhalb von Westfalen-Lippe informierte man sich in Dortmund. "Hier haben wir dank der Kinderklinik so etwas wie einen Modellcharakter." Der sei zwar nicht auf alle Städte übertragbar, doch könnten Kinder- und Jugendärzte in anderen Städten von den Erfahrungen profitieren. "Dann bleibt die flächendeckende Versorgung weiter gewährleistet." jo

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