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Kran hievt Bagger über Forensik-Mauern

DORTMUND Innenhofgestaltung – das hört sich einfach an. Doch wenn es sich um die drei Forensik-Innenhöfe in der Wilfried-Rasch-Klinik in Aplerbeck handelt, ist das ein gewaltiger logistischer Akt; denn wie bekommt man schweres Baugerät in rundum abgeschottete Höfe, die dafür gemacht sind, dass keiner raus kann – und keiner rein?

von Von Gaby Kolle

, 21.02.2008
Kran hievt Bagger über Forensik-Mauern

Der triste Mittelhof des Stationsgebäudes der Wilfried-Rasch-Klinik wird zum therapeutischen Nutzen Freizeit tauglich gemacht.

Die Problemlösung liegt in der Luft: Bagger und Baumaterial werden per Kran über die Dächer und fünfeinhalb Meter hohen Mauern gehievt. Die Planungszeit hat mehr als ein halbes Jahr in Anspruch genommen, jeder Handgriff der Handwerker ist minutiös durchgeplant. „Sicherheit hat oberste Priorität“, so die Ärztliche Direktorin Ute Franz.

Sicherheitsdienst engagiert

Insgesamt sechs Tage der gut einmonatigen Bauarbeiten wird der Kran im Einsatz sein, davon vier Tage innerhalb des Forensikgeländes. In der Zeit wird ein externer Sicherheitsdienst engagiert und das Personal an der Pforte erhöht – „weil der Kontrollaufwand höher wird“, erläutert Pflegedirektor Ulrich Liebner. Die Patienten bleiben während dieser sechs Tage – auch für die Therapiestunden – im Stationsgebäude. Franz: „Die Sicherheit ist 150-prozentig.“ Der Schwerlastkran kommt am 25. Februar. Haupthof (1200 qm) und die zwei Seitenhöfe (330 qm) sollen Anfang April fertiggestellt sein. Die Umbaukosten betragen 95.000 €, von der Klinik aus regulären Investitionsmitteln angespart. Bislang drehen die Patienten in tristen Innenhöfen ihre Runde – wie im Gefängnis. „Aber wir sind kein Gefängnis“, sagt die Ärztliche Direktorin. Neben der Sicherung sei auch Besserung und Therapie die Aufgabe.

Schirmplatanen für Schatten

Deshalb sollen die Höfe – alles im Sicherheitsabstand zur Mauer – mit ein paar Schatten werfenden Schirmplatanen und einem kleinen Sportfeld Freizeit tauglich gemacht werden. Zum therapeutischen Nutzen; denn etwa ein Fünftel der 62 stationär betreuten Patienten ist 18 bis 25 Jahre und hat seine Freizeit bislang meist vor Playstation und Computer verbracht. Auch ein kleiner Gemüsegarten zur Selbstversorgung ist geplant.

Für 39 der 62 Patienten ist der Hof die einzige Möglichkeit, sich an der frischen Luft zu bewegen. Für sie gibt es zurzeit keinerlei Lockerung. 22 haben „nach sorgfältiger Risikobewertung“ Ausgang unter Aufsicht, nur einer hat Einzelausgang. Sechs Patienten sind beurlaubt, werden in Heimen oder Wohngruppen für psychisch Kranke langzeitbetreut.

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