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Krank und nicht versichert

07.02.2008

Krank und nicht versichert

<p>Die lungenkranke Annegret Dettmer ist auf ein Sauerstoffgerät angewiesen. Schwiegersohn Thorsten Conti, der im selben Haus lebt, unterstützt sie, wo er kann, fährt sie etwa zu den Terminen bei der ARGE. Reminghorst</p>

51 Jahre alt ist Annegret Dettmer und schwer lungenkrank. Von der JobCenter ARGE fühlt sie sich herumgeschubst. Sie wirft der Behörde letztlich Versäumnisse vor, die dazu geführt haben, dass sie nicht krankenversichert ist.

Was ist passiert? Seit Mai 2006 bezieht die Frau Arbeitslosengeld II. Für die ehemalige Gastwirtin wurde damals eine Eingliederungsvereinbarung abgeschlossen, "für die habe ich meinen Arzt von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden". Er hat bestätigt, dass sie an der Lungenkrankheit COPD im Endstadium der Phase 4 leidet und außerdem noch unter Lungenemphysemen. Ein Gutachten bestätigte ihr außerdem, "eine schwerwiegende Erkrankung, die ihre körperliche Belastbarkeit erheblich einschränkt. Die Einschränkung ist dauerhaft." Die Asselnerin ist auf ein Sauerstoffgerät angewiesen.

Obwohl also klar war, dass Annegret Dettmer nicht mehr erwerbsfähig ist, wurde sie bis Ende Oktober 2007 als "normale" ALG II-Bezieherin geführt. "Dann sagte man mir bei der ARGE plötzlich, dass ich völlig zu unrecht von der ARGE Geld bekommen habe, weil ich ja gar nicht mehr arbeiten könnte." Und: "Die Sachbearbeiterin hat mich am Telefon zur Schnecke gemacht." Sie habe ihr auch schon zuvor ins Gesicht gesagt, sie sei nicht so krank, dass sie nicht arbeiten könne. Annegret Dettmer, gesundheitlich sehr angeschlagen, musste nach eigenen Angaben von einem Teamleiter zum nächsten laufen, um die Dinge zu klären. "Plötzlich fühlte sich keiner für mich zuständig."

Darüber hinaus lehnte die ARGE ihren Umzugswunsch ins Erdgeschoss des Hauses an der Runkebierstraße ab, obwohl die Wohnung mit ihrer in der zweiten Etage größen- und mietmäßig identisch sei. Im Erdgeschoss müsste sie keine Treppen mehr steigen, die Bewegung strenge sie an bis zur Atemnot. Seit dem 1. November 2007 bekommt Annegret Dettmer jetzt zwar Sozialgeld vom Sozialamt, ist aber dadurch nicht mehr krankenversichert.

Das beunruhigt sie bei ihrem gesundheitlichen Zustand in höchstem Maße. "Ich brauche Medikamente, ich brauche Sauerstoff." Bisher habe ihr aber die AOK "unheimlich geholfen", die ARGE ihr hingegen immer nur Knüppel zwischen die Beine geworfen. Bettina Kiwitt

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