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Ließ Jugendamt zwei Kinder im Stich?

DORTMUND Torsten Patz zögerte nicht lang, als er vom tragischen Schicksal der beiden Schwestern (7/9) aus Mengede hörte: Seine Familie nahm die beiden Waisenkinder bei sich auf.

von Von Chritoph Klemp

, 22.02.2008

„Wir wollten verhindern, dass sie in ein Heim kommen“, sagt Patz, Schulpflegschaftsvorsitzender der Schragmüller-Grundschule, die auch die Schwestern besuchen. „Und dem Jugendamt Zeit geben, eine geeignete Familie für sie zu finden. Die beiden haben doch schon genug durchgemacht.“

Die Mädchen hatten in der Nacht zum 20. Januar ihren verwitweten Vater sterben sehen. Sie waren allein mit ihm. In einem verfallenen Haus in der Hansemannstraße. Dabei war das Jugendamt offenbar seit Dezember informiert, dass die verwahrlosten Mädchen auf sich allein gestellt waren. Dass der krebskranke Vater überfordert war.

Offenbar geschah nichts. Nach dem Tod des Vaters kamen sie kurzzeitig bei einem Verwandten unter, der jedoch sagte, sich nicht dauerhaft um sie kümmern zu können. Seit dem 27. Januar leben sie nun bei Familie Patz. „Und seitdem hat sich das Amt nicht einmal bei uns gemeldet“, ärgert sich Patz. Von der Jugendhilfe fühlt sich die freiwillige Pflegefamilie im Stich gelassen. Patz sagt zwar, dass nach dem Tod des Vaters ein Vormund für die Schwestern bestellt worden sei, der sich „vorbildlich“ um die rechtlichen Dinge kümmert. Andere Hilfe sei aber nicht gekommen. Im Gegenteil: „Auf Anfragen reagierten die Damen noch pampig“, sagt Patz, der Polizist ist.

Erst gestern – nach massivem Druck der Pflegeeltern – fand ein Gespräch statt. Bis Ostern soll eine dauerhafte Lösung für die Mädchen gefunden werden. „Ich finde es toll, dass die Familie die Kinder vorübergehend bei sich aufnimmt“, sagt Bodo Weirauch, stellvetretender Leiter des Jugendamts. Zur Kritik am Vorgehen des Amtes wollte er sich nicht äußern.

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