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Mit Bildung gegen Armut

Bildung und nochmal Bildung - das ist der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Armut. So lautet die wohl wichtigste Erkenntnis des Auftaktforums für den Aktionsplan "Soziale Stadt" gestern im Rathaus.

21.02.2008

Mit Bildung gegen Armut

<p>Die Redner beim Sozialforum (v.l.): Wirtschaftsförderungs-Chef Udo Mager, Jugenddezernentin Waltraud Bonekamp, OB Dr. Gerhard Langemeyer, der Awo-Bundesvorsitzende Wilhelm Schmidt, DGB-Landeschef Guntram Schneider und Sozialdezernent Siegfried Pogadl. Volmerich</p>

Mehr als 500 Zuhörer drängten sich in der Bürgerhalle, um beim Start der Diskussion dabei zu sein. "Das ist ein Signal dafür, welchen Stellenwert das Thema in der Stadt hat", stellte Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer als Gastgeber fest.

Am 8. November hatte er dem Rat sein Konzept für den Kampf gegen soziale Probleme vorgelegt. Als Reaktion auf den Sozialstruktur-Atlas, der ein bedenkliches soziales Gefälle dokumentiert. "90 000 Dortmunder - das sind 16 Prozent der Bevölkerung - sind auf soziale Transferleistungen angewiesen", rief Langemeyer noch einmal die zentrale Botschaft in Erinnerung. "Mit diesen Zahlen können wir uns nicht zufrieden geben. Das kann uns nicht ruhig schlafen lassen", betonte der OB.

Hilfen konzentrieren

Mit mehr Einsatz für Arbeit und Bildung sollen die Probleme angegangen werden. Und das nicht mit der Gießkanne, sondern zielgerichtet. "Wir müssen uns bekennen zur Ungleichheit. Wir müsssen Hilfen dort konzentrieren, wo der Bedarf am größten ist", stellte der OB mit Blick auf die 13 Bezirke fest, in denen sich die sozialen Probleme ballen.

Als "Skandal" bezeichnete es Langemeyer, dass inzwischen fast jeder vierte Bezieher von ALG II, Arbeit hat, aber davon nicht leben kann. "Das ist eine kulturelle Schande", stimmte ihm der DGB-Landesvorsitzende Guntram Schneider als Gastredner bei der Eröffnungsveranstaltung des Forums zu.

Mit der Forderung nach Mindestlöhnen und sicherer Beschäftigung schlug er ebenso wie der Awo-Bundesvorsitzende Wilhelm Schmidt den Bogen von Dortmund zur großen Politik. Schneider: "Es gibt zu einer Initiative in der Beschäftigungspolitik keine Alternative."

Welche konkreten Ideen es zur Armutsbekämpfung, für mehr Bildung und Gerechtigkeit gibt, war im Anschluss an die Eröffnungsreden Thema in drei Arbeitsgruppen, in denen die Besucher des Sozialforums selbst zu Wort kamen. Auch hier wurde klar, dass vor allem bei der Bildung angesetzt werden muss - etwa um die Schere zwischen fehlenden Arbeitsplätzen und Fachkräftemangel in bestimmten Branchen zu schließen.

"Gut wäre für jeden Aktionsraum ein kleines 'Dortmund-Project'", stellte Stadtdirektor Ullrich Sierau fest. Sein Fazit des Forums stimmte zuversichtlich: "Es gibt ein unglaubliches Potenzial an Menschen und Ideen, an die wir anknüpfen können. Das ist ein Riesenpfund für die Soziale Stadt." Oli

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