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Miteinander sprechen

Es sollte der (Partei-)Tag des Franz-Josef Drabig werden. Doch es wurde auch der Tag des Gerhard Langemeyer.

17.02.2008

Zwei Männer, die gegensätzlicher kaum sein können. Und deren Verhältnis vor und auf dem SPD-Unterbezirksparteitag für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Das bisweilen schwierige Verhältnis liege daran, dass sich die Partei seit seinem Amtsantritt nach Jahren der Zurückhaltung wieder aktiv einmische, erklärte Drabig. Und er versuchte auch in seiner Rede vor den 277 Delegierten im Goldsaal, programmatische Schwerpunkte zu setzen - von der internationalen Politik bis zu kommunalen Themen. Von Nokia ging es über Mindestlohn, Ausbildungsplatz-Abgabe und Bildungspolitik bis zur Sozialpolitik. Und natürlich bekam auch die Opposition ihr Fett weg. Parteiinterne Streitthemen: Fehlanzeige.

Mit besonderer Aufmerksamkeit wurden aber vor allem jene Passagen der Rede registriert, die sich dem Verhältnis zum Oberbürgermeister widmeten. Klar erkennbar das Bemühen, Gemeinsamkeit zu demonstrieren. Keiner wolle den Job des anderen, stellte Drabig fest, der die Arbeit des OB mehrfach vorsichtig lobte. "Wir haben in ein paar Punkten unterschiedliche Auffassungen - etwa beim Reformprogramm Verwaltung 2020 oder in Details zum U-Turm. Aber in der Grundzielsetzung sind wir keinen Millimeter auseinander", hob er hervor. Und auch künftigen Konfrontationen scheint vorgebeugt zu sein. "Wir werden, das haben wir vereinbart, nun regelmäßig miteinander sprechen", kündigte Drabig an.

Das versicherte auch Langemeyer selbst, der nach der Vorlage von EDG-Betriebsrat Hans-Peter Balzer ans Rednerpult trat. Die ein oder andere Bemerkung aus seinem Mund sei "nicht ganz glücklich", spielte der OB auf seinen Lügen-Vorwurf gegenüber Drabig im Streit um den U-Turm an. Doch jetzt sei Geschlossenheit gefragt. Für längere Zeit. Denn kurz darauf erklärte Langemeyer seine Bereitschaft, noch einmal als OB-Kandidat für die SPD antreten zu wollen.

In seiner Replik auf der Bühne ging Drabig darauf allerdings nicht ein. Nur vor der Tür, auf Nachfrage. Es sei gut, dass jetzt Klarheit herrsche, erklärte der alte und neue Parteichef. Und er wagte auch eine Prognose für den Wahlparteitag im Herbst: "Der Gerd hat gute Chancen, von der Partei wieder aufgestellt werden." Oli

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