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Nach dem Dschungel in die Klinik

DORTMUND Eike Immel, Ex-Nationaltorwart, Ex-BVB-Keeper und Ex-Bewohner des Dschungelcamps über Ekelgefühle, über seine finanzielle Lage und seine berufliche Zukunft. Eine etwas andere Dschungel-Prüfung im Amazonas-Haus des Dortmunder Zoos.

von Von Gaby Kolle und Constantin Blaß

, 23.02.2008
Nach dem Dschungel in die Klinik

Keine Angst vor Schlangen, zumindest nicht vor harmlosen Königsnattern, zeigte Ex-National- und -BVB-Torwart Eike Immel bei der RN-Dschungelprüfung im Amazonas-Haus des Zoos.

Fühlen Sie sich zu Hause?Immel grinst: Ja, aber wir hatten in Australien keine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 85 Prozent wie hier. Dafür hat‘s permanent in Strömen geregnet. Auch die dreistündigen Gewaltmärsche zur Schatzsuche waren extrem hart. Das ging bis an die Grenze der Belastbarkeit.

Und zu essen gab‘s – abgesehen von dem Ekligen – fast nur Reis und Bohnen. Wie viel haben Sie abgenommen?Immel: Dr. Bob, der Camp-Arzt, meinte sieben Kilo. Die habe ich aber schon wieder drauf.

Sie kochen ja jetzt auch mit beim Promi-Dinner auf VOX. Was haben Sie denn Leckeres gezaubert?Immel: Ich hab‘ gar nichts gekocht. Ich kann nicht kochen, der Koch aus dem Rigoletto hat mir geholfen. Es gab als Vorspeise Zander mit Kukuma-Mousse, als Hauptgericht Schweinefilet und Halbgefrorenes zum Dessert.

Wann wird die Sendung serviert?Immel: Am 9. März.

Vom Dinner zurück zum Dschungel. Eike, auch wir haben eine Dschungelprüfung für Sie. Nehmen Sie mal diese Königsnatter und lassen sich von ihr als Klettergerüst missbrauchen.Immel: Beißt die?

Nein, die macht nichts. Wie fühlt sie sich an?Immel, lässt die kleine Schlange durch seine Hände gleiten: Eigentlich ganz angenehm.Die hat ganz schön Muskeln.

Also, das waren zehn Sterne. Aber wagen Sie sich auch an die Boa-Constrictor? Sie heißt Kakao.Immel, hält die Boa skeptisch hoch: Oh, die sieht aber nicht so friedlich aus. Fucking hell, ey. Da gefrieren einem die Gesichtszüge.

Und fühlt sich das besser an als mit vielen Ratten unter der Erde begraben zu werden? Von denen man dann auch noch gebissen wird?Immel: Das war mit Sicherheit kein Biss. Höchstens ein Kratzer. Das waren ja eigentlich ganz niedliche Ratten. Diese Dschungelprüfung ist total dramatisiert worden. Ich habe das gar nicht so schlimm empfunden. Die erste Prüfung im Tunnel aber war der absolute Horror, die Dunkelheit, wo sich ein Tier ekliger anfühlte als das andere. Furchtbar. Dennoch sind die sechs Minuten wie im Flug vergangen.

Würden Sie noch einmal ins Dschungel-Camp gehen?Immel: Nein, so was macht man nur einmal. Hätte man mich 1000 Mal gefragt, ich hätte vorher 999 Mal nein gesagt. Und dann hat Calli Calmund mich gefragt.

Deshalb haben Sie es gemacht?Immel: Jedenfalls nicht wegen des Geldes, wie überall geschrieben wurde. Geld war Null-Komma-Null-Motivation. Ich habe noch nie etwas wegen Geld gemacht. Auch nicht Fußball gespielt. Das hat sich so ergeben.

Ihre notwendige Hüftoperation bekommen Sie auch so finanziert?Immel: Ja sicher. Schließlich bin ich krankenversichert. Ich hatte lange Zeit einfach nichts gemacht und musste mal wieder in die Gänge kommen. Das Dschungel-Camp war dafür ideal. Etwas Außergewöhnliches – und die richtige Entscheidung.

Wann wollen Sie Ihre Hüfte operieren lassen?Immel: Im März. Den ursprünglichen Termin am 25. Februar musste ich wegen einiger PR-Termine verschieben.

Unter anderem haben Sie mit Bata Illic eine CD aufgenommen. Wie heißt sie?Immel (singt): „Wie ein Liebeslied . . . Und „Michaela“ haben wir neu aufgenommen. Ist schneller als die alte Version. Die CD erscheint am 29. Februar.

Wollen Sie in die Musikbranche umsteigen?Immel: Nein, ich habe das nicht geschäftlich gesehen. Ich habe bisher nicht ein Wort über Geld gesprochen. Nicht mit Bata und nicht mit der Plattenfirma. Ich habe das für Bata gemacht, nicht für Geld. Er ist ein Supermensch. Das war Ehrensache. Nein, meine Zukunft liegt im Fußball. Ich muss am 1. Juli fit sein, da fängt die Bundesliga-Saison an.

Glauben Sie wirklich, dass Sie nach dem Auftritt im Dschungel-Camp als Torwarttrainer noch mal Fuß fassen?Immel: Man muss die Dinge als Chance sehen. Ich bin nicht ins Camp gegangen, um eine Rattenprüfung zu machen, sondern einfach, um zu sagen, komm ich pack jetzt an.

Sind Sie sicher, dass ein Bundesligaverein bei Ihnen anklopft?Immel: Ja, es gibt Nachfrage. Auch von Spitzenvereinen der Bundesliga.

Wo wären sie am liebsten im Einsatz?Immel: Natürlich bei Borussia Dortmund.

Sie mussten im Januar Insolvenz anmelden. Werden Ihnen Ihre laufenden Engagements aus der finanziellen Klemme helfen?Immel: Ich bin mir ganz sicher, dass meine Probleme in sechs Wochen gelöst sind. Wir arbeiten daran. Niemand wird unzufrieden zurückbleiben. Man muss die Dinge einfach anpacken.

Späte Einsicht?Immel: Im Leben gesteht man sich Fehler manchmal zu spät ein. So war das auch bei mir. Aber jetzt fühle ich mich wie befreit. Die Finanzsituation ist für mich nichts Unangenehmes mehr.

Sie sind zurzeit ein gefragter Interviewpartner. Welche Fragen nerven Sie am meisten?Immel: Na, ob ich zocke. Aber die Geschichte ist soweit von mir weg, das kann man sich kaum vorstellen.

Was nervt noch?Immel: Die Frage, ob ich etwas mit Michaela (Schaffrath; die Red.) habe.

Und?Immel: Das stimmt nicht. Das habe ich schon 100 Mal gesagt.

Auch nicht mit Christina „Mausi“ Lugner?Immel, schwitzt: Die kenn‘ ich ganz gut, aber wir wollen es nicht übertreiben.

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