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Neue Runde im Thier-Streit

DORTMUND Wie viel Handel verträgt die City? Das ist die Gretchenfrage, wenn sich heute SPD und Grüne in der Koalitionsrunde im Rathaus auf eine gemeinsame Haltung zum Thier-Projekt verständigen wollen.

von Von Oliver Volmerich und Bettina Kiwitt

, 25.02.2008

 Vor drei Wochen hatte das noch nicht geklappt - mit der Folge, dass die Vorstellung des Projekts durch Investor ECE in den Fraktionen geplatzt war. Statt wie zunächst geplant im März soll der Ratsbeschluss zum Start des Bebauungsplan-Verfahrens nun Ende April fallen - wenn sich Rotgrün bis dahin zusammengerauft hat.

Die Positionen liegen weiter weit auseinander. Nicht mehr als 20 000 Quadratmeter Handelsfläche wollen die Grünen auf dem Ex-Brauereigelände zulassen. Die SPD sieht ebenso wie die CDU mit der Einigung zwischen Investor und Verwaltung auf 29 000 Quadratmeter neue Verkaufsfläche plus zusätzliche Freizeit- und Wohnangebote ihre Kernforderungen erfüllt. Die Grünen bezweifeln wie auch der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Mitte Dr. Wilm Schulte dagegen u.a., ob der neue Einkaufstempel tatsächlich wie erhofft zusätzliche Kaufkraft in die Stadt zieht und haben bereits Negativ-Beispiele aus anderen Regionen gesammelt.

Qualität ist wichtig

Die größten Sorgen gelten dem Ostenhellweg, der weit abseits des Thier-Geländes liegt. Wobei die Bedenken nicht von allen Händlern dort geteilt werden. Die Quadratmeterzahl sei weniger wichtig, meint etwa C&A-Filialleiter Guido Terörde. "Mir geht es in erster Linie darum, dass wir ein tolles Center bekommen, das Strahlkraft hat, vor allem über Dortmund hinaus. Es muss architektonisch anspruchsvoll sein und einen tollen Mix bieten", fordert er. "Wir von C & A sind jedenfalls nicht bange vor dem Center."

Axel Vosschulte, mit seinem "Store Concept", ebenfalls am Ostenhellweg beheimatet, findet sogar, dass für ein Einkaufscenter in Dortmund 30 000 bis 35 000 Quadratmeter nötig sein. "20 000 wie von den Grünen gefordert sind zu klein", stellt er fest. Er hat auch keine Bedenken, dass das Center nur ein Abbild des Hellwegs werde. "Mir fallen zig Konzepte ein, die noch in Dortmund fehlen, weil die Fläche fehlt", stellt Vosschulte fest - der selbst ins Thier-Center einsteigen will. Er wolle dort so genannte Mono-Stores mit den Marken Street One, Cecil und Chelsey eröffnen, kündigt Vosschulte an. Um seinen Standort am Ostenhellweg sei ihm wegen der unterschiedlichen Konzepte trotzdem nicht bange.

Offen ist, ob sich überhaupt eine gemeinsame Linie von SPD und Grünen finden und sich in Form eines Zusatzantrags zur Verwaltungsvorlage gießen lässt. Die Rückendeckung der Partei für eine "klare Kante" hat SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse. Er könne die Debatte über 3000 Quadratmeter mehr oder weniger nicht verstehen, hatte Unterbezirkschef Franz-Josef Drabig auf dem SPD-Parteitag erklärt. "Es geht nicht um die Größe, sondern das Angebot und die Qualität. Da sollten sich die Sozis gegenüber ihrem Koalitionspartner durchsetzen."

 

 

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