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OB: Langemeyer will nochmal - Drabig bleibt Parteichef

DORTMUND Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer will auch 2009 als Kandidat der SPD zur OB-Wahl antreten. "Wenn ihr wollt, dass ich weitermache, werde ich es tun", erklärte er auf dem SPD-Unterbezirksparteitag - und stellte mit dieser Nachricht die Wiederwahl von Parteichef Franz-Josef Drabig in den Schatten.

von Von Oliver Volmerich

, 16.02.2008
OB: Langemeyer will nochmal - Drabig bleibt Parteichef

Im Goldsaal der Westfalenhallen tagte der Unterbezirksparteitag der SPD.

Zuvor war spekuliert worden, ob Franz-Josef Drabig die zum Teil öffentlich ausgetragenen Querelen mit Langemeyer bei der Wiederwahl schaden könnten. Eine unberechtigte Sorge: Mit 85,2 Prozent der Delegierten-Stimmen erhielt Drabig ein besseres Ergebnis bei der Kür des ersten Vorsitzenden als bei seiner ersten Wahl vor zwei Jahren als er 78 Prozent verzeichnete. In beiden Fällen gab es keinen Gegenkandidaten. Seine beiden Stellvertreter wurden ebenfalls mit deutlichen Ergebnissen wiedergewählt: Nadja Lüders bekam 93 Prozent, Armin Jahl 78 Prozent Zustimmung.

Zuvor hatte Drabig in seiner Rede vor den 277 Delegierten versucht, programmatische Schwerpunkte zu setzen - von der internationalen Politik bis zu kommunalen Themen. Von Nokia führte er über Mindestlohn, Ausbildungsplatz-Abgabe und Bildungspolitik bis zur Sozialpolitik. Dabei ging der alte und neue Unterbezirksvorsitzende nicht nur mit Landesregierung und der Rats-Opposition von CDU und FDP in Gericht, sondern grenzte sich auch von den Linken ab. Vom Kindergarten-Bau-Programm über die offene Ganztagsschule bis zum Dortmund-Pass und der Unterstützung der Wohlfahrtsverbände zählte er als freiwillige soziale Leistungen auf, die Ergebnis sozialdemokratischer Politik seien. "Das müssen wir uns von keinem Neuling erklären lassen", stellte er fest.

Miteinander sprechen

Mit besonderer Aufmerksamkeit wurden vor allem jene Passagen der Rede registiert, die sich dem schwierigen Verhältnis zu Oberbürgermeister Langemeyer widmeten und das Bemühen zeigten, Gemeinsamkeit zu demonstrieren. Keine wolle den Job des anderen, stellte Drabig fest, der die Arbeit des OB mehrfach in seiner Rede ausdrücklich lobte. "Wir haben in ein paar Punkten unterschiedliche Auffassungen  - etwa beim Reformprogramm 2020 oder in Details zum U-Turm. Aber in der Grundzielsetzung sind wir keinen Millimeter auseinander", hob er hervor.  Und auch künftigen Konfrontationen scheint vorgebeugt zu sein. "Wir werden, das haben wir vereinbart, nun regelmäßig miteinander sprechen", kündigte Drabig an.

Das galt wohl auch schon für die öffentliche Ankündigung Langemeyers, erneut als OB-Kandidat antreten zu wollen. Man habe in kleiner Runde darüber beraten, verriet Langemeyer später im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Und nicht zuletzt wollte man wohl den ins Kraut schießenden Spekulationen beenden - nicht ohne zu betonen, dass die Entscheidung beim Wahlparteitag der  SPD im Herbst liegt. "Die Politik hat zu entscheiden", betonte Langemeyer denn auch in seiner kurzen Rede vor den Zuhörern im Goldsaal. Um dann den entscheidenden Satz anzufügen: "Wenn ihr wollt, dass ich weitermache, werde ich es tun." Die Delegierten antworteten mit lang anhaltendem Beifall.

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