Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Opfer wurden im Wald erpresst

13.02.2008

Wo sie auftauchten, verbreiteten sie ein Klima der Angst. Wer sich ihnen widersetzte, wurde bedroht und eingeschüchtert. Bis es die beiden Freunde (25 und 28) aus Dorstfeld Anfang 2006 endgültig übertrieben haben und festgenommen wurden.

Sie hatten zwei Bekannte in einen Wald verschleppt und von ihnen 1500 Euro erpresst. Wenn überhaupt, dann hatte es jedoch lediglich eine Forderung von 500 Euro aus einem alten Drogengeschäft gegeben. Dass trotzdem die gesamte Summe gezahlt wurde, hängt damit zusammen, dass einer der Angeklagten den Ruf eines Messerstechers und Schlägers hatte und sich damals auch nicht gerade sanft ausgedrückt hat.

Eines ihrer Opfer war auf jeden Fall so verängstigt, dass es sich das Geld sofort zusammenlieh. Einen Teil gab der Vater, der dazu Familienschmuck verpfändete, den anderen lieh er sich bei einem Wucherer - zu einem Tageszins von zehn Prozent.

Die Tat selbst wurde in der Folgezeit auch nie bestritten. Aber wie sollten die beiden Freunde bestraft werden? In einem ersten Prozess am Landgericht waren im Dezember 2006 eine Gefängnis- und eine Bewährungsstrafe verhängt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil später jedoch teilweise wieder auf, weil nicht immer die richtigen Paragraphen angewandt worden waren.

Deshalb war es nun an der 36. Strafkammer, die Sache zu korrigieren. Glück für die Angeklagten, die nun beide mit Bewährungsstrafen davon kamen. Einer erhielt 19 Monate, der andere 24. Und das Urteil selbst sieht nun auch besser aus. Dort ist nämlich nicht mehr von erpresserischem Menschenraub die Rede. jh

Lesen Sie jetzt