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Pas-de-deux für Tasten und Tänzer

20.02.2008

Pas-de-deux für Tasten und Tänzer

<p>Alexandra Goloubitskaia begleitet die Tänzer. Gass</p>

Eigentlich sollte es einer der Ballett-Abende "vom Band" sein, an dem die Tänzer ohne Live-Begleitung der Dortmunder Philharmoniker auskommen müssen. Doch dann kam Tobias Ehinger, Assistent des Ballett-Direktors, am Büro von Alexandra Goloubitskaia vorbei, hörte sie Klavier üben - und hatte eine Idee. Und so kam es, dass es nun doch ein wenig Live-Musik bei "Stars & Stripes" gibt, jenem Doppelballett-Abend, der am Samstag in der Oper Premiere feiert. Goloubitskaia spielt vier Klavierwerke zu Mauro Bigonzettis Choreografie "Rossini Cards", dem zweiten Teil des Abends. Damit wird die Korrepetitorin zur Partnerin in dem Pas-de-deux für Tasten und Tänzer.

Modern Dance mit klassischen Elementen und auch Spitzentanz hat Mauro Bigonzetti choreografiert. Die Pianistin tanzt innerlich mit. "Es war mein Kindertraum und der meiner Eltern, dass ihre einzige Tochter eine Ballerina wird", erzählt die 27-Jährige, die seit 2006 in Dortmund engagiert ist. Aus der Karriere wurde nichts - Alexandra Goloubitskaia ist Pianistin geworden. Umso mehr freut sie sich über ihre neue Aufgabe beim Ballett.

Wie beim Stummfilm

Wie Kammermusik versteht sie die Partnerschaft mit den Tänzern. An Stummfilmbegleitung erinnert das, was sie macht. "Man kann nicht hören wie bei Sängern, man muss sehen", erklärt sie. "Jeder tanzt anders, manche mit kleinen, präzisen Bewegungen, andere mit mehr Schwung. Darauf muss man sich einstellen, Rücksicht nehmen. Man muss die Tänzer tragen, sonst macht man viel kaputt." Je nachdem, wie ein Solist tanzt, spielt sie dann auch romantischer oder strenger - jeden Abend anders. Eine einmalige Kunst.

Frau Doktor mit 27

Eine Turbo-Frau ist die gebürtige Moldawierin: In Graz hat sie ihr Examen als Konzertpianistin gemacht, danach Musikwissenschaft studiert. Seit ein paar Tagen hat sie mit nur 27 Jahren sogar auch den Doktortitel in der Tasche. Promoviert hat sie über Klaviervariationen von Rachmaninow - zwischendurch trat sie als Solistin auf, etwa beim Weihnachts- und Neujahrskonzert im Opernhaus.

"Als Pianist ist man oft einsam", sagt Goloubitskaia, "und Klavier spielen kann man noch, wenn man sehr alt ist. Ich bin gerne mit Menschen zusammen." Elf Vorstellungen lang ist die 27-Jährige ab Samstag auf der Bühne mit ganz vielen Menschen zusammen. Julia Gaß

Premiere am 23.2., Karten unter Tel. 50-27222 www.theaterdo.de

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