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Patenonkel verging sich an Mädchen

26.02.2008

"Ja, es ist wahr." Ein 31-jähriger Handwerker aus Derne hat gestern vor dem Landgericht endlich Klartext geredet. Ja, er habe seine Nichte sexuell missbraucht. Und ja, zum ersten Übergriff sei es 1996 gekommen, als das Mädchen gerade einmal sechs Jahre alt war.

Die Frage nach dem "Warum" konnte der Angeklagte den Richtern indes nicht beantworten. "Ich weiß auch nicht, wie es dazu kommen konnte", wiederholte der 31-Jährige immer wieder. Das Mädchen und er hätten sich immer gut verstanden. "Sie war auf mich fixiert, schließlich war ich ihr Patenonkel", sagte der Mann.

Als die Sechsjährige im Sommer 1996 bei ihm übernachten durfte, hatte der Angeklagte erstmals seine Hände nicht unter Kontrolle. Es folgten weitere Fummeleien und Küsse - über die Jahre hinweg. Die Freundin des Angeklagten ahnte die ganze Zeit über nichts von dem Missbrauch des Mädchens.

Erst als sich die Schülerin 2003 ihrer Mutter anvertraute, verbreitete sich die Geschichte wie ein Lauffeuer in der Großfamilie. "Sie hält aber weiter zu mir", sagte der Angeklagte über seine Partnerin. Das Mädchen hat er seither jedoch nicht mehr gesehen.

Das Gericht honorierte das Geständnis des Mannes mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Bis gestern hatte der Handwerker nicht zu seinen Taten gestanden, nun aber ersparte er dem Mädchen eine quälende Befragung durch die Richter. Hätte er weiter geschwiegen, hätte er bei einem Schuldspruch sicher mit einer Strafe rechnen müssen, die er tatsächlich im Gefängnis hätte absitzen müssen. Als Bewährungsauflage muss der Mann 1000 Euro Geldbuße zahlen. Die Summe kommt dem Vinzenzheim zugute. von

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