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Pedal-Polizisten

Unterwegs mit der Streife: Fahrradschicht mit Kober / Pertzel

19.05.2007

Um den Berufsalltag der Ordnungshüter zu dokumentieren, haben die Beamten Björn Pertzel (28) und Uwe Kober (44) zum vierten Mal für die RN ihre Streife protokolliert. Anders als in anderen Städten ist eine Begleitung durch Reporter in Dortmund tabu. Diesmal waren Pertzel und Kober im Frühdienst mit den Polizei-Fahrrädern unterwegs. «Union 2151» - so der Rufname der Pedalstreife - wird möglichst oft in der City eingesetzt: «Damit können wir auch an Orten unterwegs sein, die für die Streifenwagen nicht so einfach zu erreichen sind - wie Fußgängerzonen, Parks oder Friedhöfe», erklärt Uwe Kober. Gegen 6 Uhr haben die beiden heute ihre Spezialuniform angezogen - grünes Trikot, Windjacke, Trekkinghose und Fahrradhelm. Eine Viertelstunde später rollen Pertzel & Kober durch die Brückstraße. «Mal sehen, ob hier nicht der ein oder andere Kneipengänger nach einer durchzechten Nacht Dummheiten macht.» Doch rund ums Konzerthaus ist an diesem Morgen alles friedlich. Das Duo radelt zum Kreuzviertel. Schulwegkontrollen. Die Kinder fahren vorbildlich, anders als ein älterer Herr - er führt mit seinem Fahrrad auf der Straße seinen Mischling aus. «Das ist kein Problem», entgegnet der morgendliche Verkehrssünder, «mein Mischling ist gut ausgebildet, der hört aufs Wort.» Kober, selbst Hundehalter, erklärt ihm, dass Gassi-Radeln dennoch zu gefährlich ist. «Stellen sie sich vor, da kommt eine Katze - dann ist der Hund schnell abgelenkt.» Da hört auch Herrchen aufs Wort: «Er hat seine Runde auf den Gehweg fortgesetzt, schiebend.» In der Prinz-Friedrich-Karl-Straße: Gurtkontrollen. Diesmal bleibt es nicht bei mahnenden Worten: «Zweimal mussten wir einen Strafzettel über 30 Euro ausstellen», sagt Pertzel. Diskussionen gab es diesmal nicht. «Beide Fahrer haben das gleich eingesehen, sie sagten, sie hätten das Anschnallen einfach vergessen.» Bei einer Runde über den Wochenmarkt halten Kober & Pertzel nach Taschendieben Ausschau. «Früher war das eher ein Weihnachtsmarkt-Phänomen, heute sind die Diebe das ganze Jahr über unterwegs.» Immer wieder werden die Pedal-Polizisten angesprochen. «Die Radstreifen kommen bei den Bürgern einfach gut an», berichtet der 44-Jährige. Eine Frau in mittlerem Alter winkt ihnen zu: «Hat die Polizei jetzt kein Geld mehr für Streifenwagen», lacht sie. Die Beamten grinsen, auch wenn sie diesen Spruch mehr als einmal am Tag hören: «Unser Beitrag zum Klimaschutz.» Dann ein Einsatz: An der Silberstraße haben Kaufhausdetektive zufällig einen Drogenhandel beobachtet, der Händler ist entwischt: «Für eine solche Fahndung sind die Räder ebenfalls super geeignet», erklärt der 28-Jährige. Mit seinem Kollegen rollt er durch Hinterhöfe, sucht nach dem «älteren Mann in Khakihosen». Vergeblich. Bevor beide wieder zum Präsidium fahren, lenken sie die Räder (in den Satteltaschen ist übrigens auch die nötige Ausrüstung für die Aufnahme von Unfällen und die Spurensicherung bei Einbrüchen) noch einmal zum Südwestfriedhof. «Hier fühlen sich viele Senioren sehr unsicher, zudem werden immer wieder Blumen gestohlen und Gräber verwüstet.» Um 13.30 Uhr endet die Schicht im Radkeller. Kober blickt auf den Tacho: «34,6 Kilometer.» Andreas Wegener

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