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Prozess um Hunde-Ärger in der Bittermark

DORTMUND Blacky war ihr ganzer Stolz. Der Schnauzer-Mischling gehörte einfach zur Familie. Doch vor fast einem Jahr wurde das Glück jäh zerstört. Blacky starb in der Nähe des Denkmals in der Bittermark – zu Tod gebissen von einem frei laufenden Labrador. Jetzt fordert Blackys Frauchen Gerechtigkeit und Schadenersatz vor dem Amtsgericht.

von Von Martin von Braunschweig

, 22.02.2008

Mit Tränen in den Augen betrat die Dortmunderin am Freitag den Saal. Unmittelbar gegenüber saß der Mann, der für Blackys Tod verantwortlich sein soll. Der Hundehalter soll seine beiden Labradore damals nicht angeleint und vor allem überhaupt nicht unter Kontrolle gehabt haben. Erst nachdem der kleine Schnauzer schon mehrmals gebissen worden war, soll der Dortmunder die Tiere weggerissen haben.

Doch was Blackys Frauchen fast noch wütender macht, ist sein angebliches Verhalten nach dem blutigen Vorfall. „Er hat gesagt, wir sollten uns nicht so anstellen. Kleine Hunde wären einfach verhaltensgestört, und seiner hätte sich absolut korrekt benommen“, beschwerte sich die Dortmunderin. Und tatsächlich: Mehrere Zeugen bestätigten die verbalen Ausfälle des Labrador-Herrchens: „Er hat sich unmöglich benommen.“

Für den Richter war der Fall damit klar. „Worüber verhandeln wir hier eigentlich noch“, fragte er den Dortmunder. „Es ist doch wohl eindeutig, dass sie tausendprozentig in der Haftung sind. Daran gibt es nichts zu rütteln.“ Es gehöre zu den Grundlagen der Hunde-Erziehung, dass ein Halter in der Lage sein müsse, sein Tier zurückzurufen. Da nützte es dem Mann auch nichts, dass nicht nur seine Hunde, sondern auch Blacky trotz Leinenzwangs frei herumgelaufen seien: „Sie hätten einfach eingreifen müssen.“

Da sich der Angesprochene trotzdem nicht geschlagen gab und auf eine förmliche Entscheidung pochte, muss nun ein Urteil ergehen. „Wir glauben, dass hier eine Mitschuld gegeben ist, weil beide Hunde nicht an der Leine waren“, sagte seine Rechtsanwältin.

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