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Raue Stimme und rasiertes Kinn

In den 80ern paarten eine Reihe von US-Bands den Rock mit Westernflair: Gun Club, Green On Red, Guadalcanal Diary, The Long Ryders. Nur REM schafften die Weltkarriere. Damals starteten auch The Brandos, noch heute unterwegs im "Americana"-Sound.

27.02.2008

Raue Stimme und rasiertes Kinn

<p>Dave Kincaid. KUB</p>

Was beim Brandos-Konzert im Freizeitzentrum West sofort ins Ohr sticht, ist das Organ von Dave Kincaid: So kratzig rau, dass man den Mann der Kettenraucher/Bourbontrinker-Fraktion zuschlägt. Und sich eine angeranzte, bartstoppelige Tom Waits-Type ausmalt.

Mitnichten. Ins Mikro röhrt ein glatt rasierter, adretter Sakkoträger. - Immer diese Vorurteile. Gesund und nüchtern lässt sich auch rocken. Kincaid gibt alles. Beim Singen hält er die Augen geschlossen, imponiert mit Kraft und Intensität. Das Programmheft des FZW hat Recht: Er hört sich an wie John Fogerty von Creedence Clearwater Revival.

Wie CCR verkaufen The Brandos schnörkellosen, erdigen Rock'n'Roll, dem man gern das Etikett "ehrlich" anhängt. Mittlere Schlagzahl, gut verzahnte Gitarren, zwei- oder dreistimmiger Gesang. In ihren Frühzeiten wärmten sie sich am Lagerfeuer von "Cowpunk". Im Repertoire geblieben sind Songs wie "Gettysburg" oder "Tambourine", letzterer ein lupenreiner Country-Hop. "Over the Border" (mit spanischer Intro) hat Texmex-Blut. "Dino's Song" (im Original von Quicksilver Messenger Service) ist ein Gruß an den Westcoast-Rock.

Für "Solution" und "Warrior's Son" wechselt Kincaid von der Gitarre ans Banjo. Der Mann hat Wurzeln zur grünen Insel und serviert uns Irish Folk. "New York Volunteer" entpuppt sich als wilder, fröhlich jauchzender Jig-Tanz, bei dem man ein Springfrosch sein möchte.

Neben Gästen an Schlagzeug und Gitarre ist Ernie Mendillo der zweite Brando auf der Bühne: ein Breitbein-Bassist. Er "mosht", er rockt, wuchtet den Bass wie eine Keule. Prima, prima! Zwei Zugaben erjohlt sich das dankbare Publikum. kai

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