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Reise in die NS-Vergangenheit

DORTMUND Alles ist irgendwie anders, seitdem sie sich mit der Vergangenheit beschäftigt haben, die gewohnte Umgebung erscheint in ganz anderem Licht: Mädchen und Jungen aus Dortmund suchten Spuren des NS-Regimes in ihrer Umgebung; und fanden sie.

von Von Ralf Michalak

, 10.02.2008
Reise in die NS-Vergangenheit

Junge Gesicher von damals und heute: Die direkte Konfrontation macht betroffen.

  103 Kinder, die Anfang der 1940er-Jahre in die Vernichtungslager deportiert wurden, haben sie ausfindig gemacht (wahrscheinlich waren es mehr) - oder besser,  die Erinnerung an sie. Eine von ihnen, Hannelore (Hanna Lore) Daniel, steht stellvertretend für die ermordeten Kinder. Es gibt keine Fotos von Hannelore, keine Briefe. Nur ein paar Zeilen, die ein Nachbarskind schrieb und sich darin an die Jüdin Hannelore erinnert, die mit 16 Jahren in Auschwitz ermordet wurde.

„Es war ein komisches Gefühl, so auf Zeitreise zu gehen. Aber auch spannend, auf diese Weise etwas über die eigene Heimat zu erfahren“, sagt Ceylan Apel. Die Straße in der Hannelore lebte, liegt auf dem Schulweg der 16-jährigen Realschülerin. „Auch wenn es jetzt anders aussieht, Heckelbeck 1, die Straße, in der Hannelore lebte, heißt immer noch so. Und ich sehe sie heute mit anderen Augen.“

Im Zug finden sich neben der Erinnerung an Hannelore noch viele weitere Dokumente. Fotos von lächelnden Mädchen mit Puppen, adretten Jungs, die stolz als Schüler vor der Kamera posieren. So wie Walter Lenneberg aus Aplerbeck. Mit 14 Jahren endete sein Leben 1944 in Theresienstadt. Das haben die Schüler der Johann-Gutenberg-Realschule in Wellinghofen herausgefunden.

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