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Retter hatten alles im Griff

Gelungene Katastrophenübung am Knappschaftskrankenhaus

31.05.2007

Das Übungsszenario war einer der gefährlichsten anzunehmenden Katastrophenfälle - ein Brand im Krankenhaus. Eine Maschine erzeugte Rauch und verdunkelte den Flur der wegen Renovierungsarbeiten freistehenden Station B2 wie bei einem wirklichen Feuer. Mit naturgetreuen Wunden und geschwärzten Gesichtern aus der Maske spielten 20 Darsteller Patienten, die von der Freiwilligen sowie der Berufsfeuerwehr und dem DRK gerettet werden mussten. Um 18 Uhr schrillt der (Probe-)Alarm in der Feuerwache an der Steinstraße. Gleich darauf die telefonische Bestätigung des Hauses: «Zimmerbrand im Knappschaftskrankenhaus. Das Feuer könnte sich in der Station mit 34 Betten ausweiten.» Während die ersten drei Löschfahrzeuge an der Feuerwache Neuasseln mit Ziel Brackel ausrücken, beginnen dort Schwestern und Ärzte auf der Station B2 mit der Evakuierung der gehfähigen und bettlägrigen Patientendarsteller, genau wie es der Sicherheitsplan für den Ernstfall vorsieht. Etwas abseits von der betroffenen Station tritt gleichzeitig die Einsatzleitung des Krankenhauses zusammen. Zunächst über Funk und bald direkt vor der betroffenen Station koordiniert die Krankenhauseinsatzleitung zunächst die Rettungsmaßnahmen. «Bis zum Eintreffen der Feuerwehr konnten schon einige Patienten in Sicherheit gebracht werden, jedoch waren wegen der erheblichen Rauchentwicklung keine weiteren Maßnahmen von uns möglich», berichtet Krankenhausverwaltungsdirektor Hugo Weimann, der einst selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr Marl aktiv war. Keine 10 Minuten nach der Brandmeldung treffen nacheinander insgesamt rund 50 Rettungskräfte der Feuerwehr und des Schnelleinsatzkommandos Rettungsdienst sowie des DRK-Krisen-Interventions-Teams ein. Überall scheinen nun Hilfskräfte aktiv zu sein. Gehfähige Patienten werden auf andere Stationen geführt. In ihren Betten, in Tüchern oder von Helfern getragen, erreichen Bettlägrige sichere Bereiche. Hier übernehmen das Krisen-Interventions-Team und Krankenhauspfarrer Matthias Mißfeldt die psycho-soziale Unterstützung der Evakuierten. Matthias Mißfeldt nimmt den «Patienten» die Angst, damit keine Panik entsteht. Augenzwinkernd versichert er, dass ihr Leben wichtiger sei als die in der Aufregung vermeintlich im Zimmer vergessene Geldbörse. Die Übung, die auch von der Bundeswehr beobachtet wurde, gelang. Der simulierte Brand wurde schnell unter Kontrolle gebracht. «Selbst die übliche Chaosphase beim Brandausbruch war nur sehr kurz», resümiert der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, Ingo Eppmann, zufrieden. «Auch unter den erschwerten Bedingungen eines Zimmerbrandes konnte durchweg eine geordnete medizinische Versorgung für die Patienten der Station sichergestellt werden», stellte Oberarzt Dr. Udo Schniedermeier fest.

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