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Schnaps, das war sein letztes Wort . . .

Die Trauergesellschaft hatte sich zum Leichenschmaus versammelt. Schwarz gekleidet nahmen die Karnevalisten im Foyer des Goldsaals am gestrigen Aschermittwoch Abschied von ihrem Freund Bacchus.

06.02.2008

Und auch von sonstiger Narretei, denn: "Die Fastenzeit hat angefangen, jetzt wird nicht mehr fremdgegangen", verkündet der rotnasige Pastor Egonius Moogenius, alias Egon Moog, wehmütig.

Bacchus: Symbol für das närrische Fröhlichsein und den Genuss von Schnaps und Wein. Vor rund 15 Jahren hat der Festausschuss Dortmunder Karneval das Verbrennen der Puppe aufgegeben. "Wegen der Umwelt", begründet Ulli Neumann, Organisationsleiter des Festausschusses. Und so wird die Schnapsleiche jedes Jahr am Aschermittwoch aufs neue recycelt.

Weiß behandschuht tragen Männer in schwarzem Anzug den "Toten" durch den Saal, um ihn unter den Augen der trauernden Witwe und des Prinzenpaares aufzubahren, bevor der Pastor zu seiner Trauerrede anhebt.

Auf seinen Spruch "Auf das Saufen und Fremdgehen und dass alle Männer von ihren Weibern erlöst werden" reagiert ein Teil der Anwesenden mit einem von Herzen kommenden "Jawoll!". Zustimmendes Nicken erntet der Pastor auch für seinen Hinweis: "Schnaps, das war sein letztes Wort, da trugen ihn die Englein fort".

Die "Beerdigung" dient dem Festausschuss zur gemeinsamen Abschlussfeier mit Vertretern der 26 Dortmunder Karnevalsvereine. Gleichzeitig bedankt sich Hans Werner Reckmann, Präsident des Festausschusses, auf diese Weise bei allen Helfern und Sponsoren. bel

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