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Schnurren im Schweizer Tonfall

10.02.2008

Schnurren im Schweizer Tonfall

<p>Christian Gasser widmete sich der Welt der Comics. Foltynowicz</p>

Sein Debüt "Mein erster Sanyo" sammelte Schnappschüsse eines Pop-Besessenen, der hofft, mit seiner Leidenschaft bei den Damen punkten zu können.

Christian Gassers neues Buch "Blam! Blam! Und Du bist tot!" widmet sich der Welt der Comics. Daraus las er beim Ekamina-Abend im Sissikingkong. Mit Schweizer Zungenschlag, für unser Ohr drollig klingend. Passt aber gut zum Ton der Geschichten. Schnurren, Denkspiele, Erfundenes und Erlebtes: Eine amüsante Reise durch den Sprechblasenkosmos.

Autobiografisch die Episode um den Seewolf "Corto Maltese". "Groß ist Corto in Frankreich und Italien", merkt Gasser an. Und erzählt, wie er sich den letzten ungelesenen Band aus der Feder von Hugo Pratt seit Jahren aufspart. Als Rettungsanker für einen Moment existenzieller Verzweiflung. Falls nötig werde er die Krise mutwillig herbeiführen, um in den Genuss dieses Abenteuers zu kommen.

Absolut wahr, so der Autor, auch das Eifersuchts-Dramolett um den rätselhaften Richard Reed. Auf einer Postkarte wurde neben Gassers Freundin auch dieser Reed gegrüßt. Gasser witterte einen Nebenbuhler. Große Erleichterung, dass Richard Reed bloß das alter ego des Superhelden Mr. Fantastic ist.

Auch ein Comic-Kenner, der im Studium über "Tim und Struppi" gearbeitet hat, lernt eben noch dazu. Als Linguist, der des Französischen mächtig ist, habe er deutsche Comic-Übersetzungen untersucht, schreibt Gasser. Der Studentin mit dem Kleopatra-Profil sei er nicht näher gekommen. Wohl aber den Patzern deutscher Texte.

Weiter zu hören: ein Radiohörspiel in naiver Machart der 40er Jahre (Geräusche und Musik: Gasser live). Ein Dialog mit Fingerpuppen von Batman und Spiderman. Und ein Text über einen Darsteller, der seit 50 Jahren den Verlierer Charlie Brown spielt. Traurigkomische "Reportage" über den Fluch ewiger Kindlichkeit. kai

Christian Gasser: "Blam! Blam!", Edition Tiamat, 303 S., 16 .

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