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Schul-Attest lässt nur wenige Arztkassen klingeln

13.02.2008

Szene 1, im Sprechzimmer: "Herr Doktor, geben Sie mir für die Klassenlehrerin meiner Tochter bitte ein Attest, dass sie zwei Tage krank ist."

Arzt: "Sicher gerne." Selbe Szene, ein anderes Sprechzimmer. "Bitte noch ein Attest für die Klassenlehrerin meiner Tochter."

Arzt: "Gerne. Macht 5 Euro."

Beide Szenen sind in Dortmunder Praxen zu erleben, beide sind juristisch korrekt. Die Bezahl-Variante erleben die Patienten aber deutlich seltener. "Schätzungsweise 10 bis maximal 20 Prozent" würden kassieren, meint Dr. Andreas Geißler (Foto), Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung.

Aber möglicherweise kommt der ein oder andere Mediziner demnächst noch auf die Idee, für ein Attest die Hand aufzuhalten. Anlass: Ein Artikel im Westfälischen Ärzteblatt, der zwar nicht zum Abkassieren auffordert, aber die rechtliche Lage genau beleuchtet. Und die ist eben so, dass solche "Schulunfähigkeits-Bescheinigungen" wie private Leistungen abgerechnet werden dürfen.

Ist der Schüler krank, so Geißler, reicht im Normalfall eine Bestätigung der Eltern. Im Falle der Volljährigkeit kann der Schüler selbst sein Fernbleiben entschuldigen.

"In begründeten Ausnahmefällen", so der Ärztesprecher, z. B. beim Verdacht des fortgesetzten Schulschwänzens, kann die Schule eine ärztliche Bescheinigung fordern. "Die Kosten ...sind von den Eltern... zu tragen", heißt es in dem Ärzteblatt-Artikel.

Dr. Geißler bekräftigt, dass er in seiner HNO-Praxis im Dortmunder Norden nie solche Gebühren verlangt habe. Wenn jetzt Kollegen auf einmal die Hand für solche Atteste aufhalten würde, hielte er das für "ungeschickt". jöh

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