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Schwarze Masken, heiße Posen

12.02.2008

Wie eine Maschinenpistole zückt sie den Akku-Schrauber und schaut dabei unter ihrer schwarzen Langhaar-Perücke grimmig in die Kamera - ganz klar, hier spielt jemand die Rolle des "Bad Girl", des bösen Mädchens.

Künstlerin Karin Felbermayr inszeniert sich selbst, und das Foto dieser Selbst-Inszenierung wird vielleicht Teil ihrer nächsten Ausstellung. Mediale Wirkungsweisen und Geschlechterrollen sind Themen, mit denen die Berliner Künstlerin sich hauptsächlich beschäftigt - ab heute auch im Foyer des RWE-Towers am Freistuhl.

Tuschezeichnungen und eine Videoarbeit zeigt die 32-Jährige dort, und ihnen allen ist das Posen- und Maskenhafte gemein. In ihrer Tusche-Serie "Mask" zeigt sie eine schwarz maskierte Figur, deren Geschlecht unmöglich zu bestimmen ist. Im Vordergrund der comicartigen Zeichnungen stehen der maskierte Kopf oder Gliedmaßen: ein Fuß, der sich dem Betrachter vor die Nase zu setzen scheint; eine Hand, die sich fast am Bildrand festklammert. "Wir alle spielen Theater, werden mit Geschlechter-Stereotypen konfrontiert", erklärt Felbermayr ihren Ansatz, dem sie sich mit ihrer Kunst widersetzen will.

Das wird besonders deutlich in ihrer intelligenten Videoarbeit "Gender Gamble", in der sie zuvor genau einstudierte Männer- und Frauenposen aus Werbung und Modemagazinen vor der Kamera nachspielt. Dabei schlüpft die Künstlerin fünfmal in verschiedene Rollen, setzt sich blonde oder schwarze Perücken auf den Kopf, trägt eine Glatze oder verdeckt ihren Kopf gar. Und tatsächlich wirkt das Körperspiel fünf Mal anders. pin

Bis 28.3., RWE-Turm, Freistuhl 7, mo-fr 9-18 Uhr

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