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Selbstbedienung: Beamter nahm über 24 000 Euro

15.02.2008

Selbstbedienung: Beamter nahm über 24 000 Euro

<p>Der Angeklagte Achim S. und sein Verteidiger Christian Kosubek. Hartwich</p>

Im Skandal um die Unterschlagung öffentlicher Gelder ist am Freitag ein erstes Urteil ergangen. Ein Beamter aus dem Personalamt der Stadt wurde vom Amtsgericht mit 22 Monaten Haft auf Bewährung bestraft.

Der Mann hatte sich zwischen 2004 und 2006 rund 24 000 Euro einverleibt. Der 45-Jährige täuschte Krankheiten vor, fälschte Arztrechnungen und kam dadurch in den Genuss von so genannten Beihilfe-Zahlungen der Stadt. Das zusätzliche Geld steht Beamten im Krankheitsfall auch zu - aber natürlich nur, wenn sie auch wirklich krank sind.

Zwei Jahre ging der Schwindel gut, dann wurde der 45-Jährige suspendiert. Er erhält allerdings noch immer 75 Prozent seiner Bezüge - rund 1900 Euro netto. Warum ihm die Stadt nicht sofort gekündigt hat, ist nicht ganz klar. Richter Constans Jersch zeigte sich darüber im Prozess auf jeden Fall erstaunt: "Bei derartigen Vorwürfen müsste es doch möglich sein, schnell eine Kündigung auszusprechen und auch durchzusetzen."

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, wird der Angeklagte seinen Job nun aber auf jeden Fall verlieren. Bei Verurteilungen von über zwölf Monaten gibt es keinen Ermessensspielraum mehr. Der Angeklagte, der seit 1982 bei der Stadt arbeitet, hat sich darauf aber auch schon vorbereitet. Eine Fortbildung zum Steuerfachangestellten hat er bereits absolviert, zurzeit belegt er einen Kurs zum Bilanzbuchhalter. "Ich will beruflich sofort wieder Fuß fassen können", sagte er im Prozess.

Das erschwindelte Geld will er damals vor allem seiner Mutter und seiner Schwester gegeben haben. Beiden soll es finanziell nicht besonders gut gegangen sein. Knapp 5000 Euro hat der unehrliche Beamte aber auch schon wieder zurückgezahlt.

Für die Dortmunder Justiz war der Prozess der Auftakt zu mindestens noch zwei weiteren Prozessen, in denen es um die Selbstbedienung an öffentlichen Geldern geht. Im OB-Amt soll eine Ex-Mitarbeiterin 400 000 Euro veruntreut haben, bei der ARGE hat ein Angestellter angeblich 100 000 Euro unterschlagen. Jörn Hartwich

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