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Sie sind, wie sie sind

Jugendtreff Berghofen: Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam

29.05.2007

Hier kann gekickert werden, die Playstation läuft heiß und am Tresen gibt es gut gekühlte alkoholfreie Getränke für kleines Geld. Also, eigentlich nichts Besonderes, «bis vor gut einem Jahr immer öfter Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren aus dem benachbarten Behindertenwohnheim vorbei schauten», erklärt Claudia Hollweg (Foto). «Es gab erst die totalen Berührungsängste», so die Leiterin des Jugendtreffs. Irgendwie konnte keiner mit dem Anderen. Zudem hatte der Freizeittreff nicht die personellen Möglichkeiten die Gäste mit Behinderung richtig zu betreuen. Zwar wurden die körperlich und teilweise auch geistig beeinträchtigten Gäste von einem Betreuer des Pflegeheimes begleitet, aber das gelbe vom Ei war diese Lösung nicht. Eine Idee schuf Abhilfe. Das Projekt mit dem Namen «Was ist schon normal?» wurde aus der Taufe gehoben - das war im Dezember letzten Jahres. «Wir haben ein Konzept erarbeitet, dies an das Landesjugendamt geschickt und die waren begeistert», so Hollweg. Gelder wurden bewilligt, und ab Anfang 2008 ging das Projekt integrative Jugendarbeit mit behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen im Treff in die erste Runde. Mit zusätzlichen Mitarbeitern mit Erfahrung im Bereich der Rehabilitationspädagogik. Gut fünf Monate sind seitdem vergangen, die Integration im «Treff» geht voran. «Ich habe keine Probleme im Umgang mit den Behinderten», erzählt Marco (15). «Ich kann nicht verstehen, dass diese Menschen oft ausgegrenzt werden.» Auch Jule (16) kommt gut klar. «Mit manchen verstehe ich mich, mit manchen eben nicht». - so wie im ganz normalen Leben. Man hat sich aneinander gewöhnt, respektiert das Gegenüber. Geduld und Einfühlungsvermögen sind gefragt, aber «dadurch können unsere Jugendlichen den 'Mensch hinter der Behinderung' kennenlernen», so Claudia Hollweg. Am Besten geht das beim Sport. Jeden Freitag wird in der kleinen Turnhalle Fußball gespielt - in gemischten Teams. Das Projekt «Was ist schon normal?» läuft zunächst nur ein Jahr. «Aber wir werden einen Folgeantrag stellen», sagt Claudia Hollweg. jöb

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