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Streit um Job: Frau verklagt Anwaltskanzlei

18.02.2008

Ihre alte Stelle in einer Dortmunder Rechtsanwaltskanzlei - die will eine 55-Jährige unbedingt zurück haben. Deshalb reichte sie beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen Klage gegen ihre Kündigung ein.

Und zuerst sah gestern alles ganz gut für die Klägerin aus - der Prozessverlauf ließ vermuten, dass die Kündigung durch die Kanzlei nicht ganz korrekt abgelaufen ist: Weil die 55-Jährige schwerbehindert ist, muss der LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) einer Kündigung zustimmen. Was er auch gemacht hat. Eventuell hat der LWL aber nicht über alles Bescheid gewusst - die Kündigung wäre dann möglicherweise unwirksam.

Zur Vorgeschichte: Jahrelang arbeitete die 55-Jährige bei zwei Anwälten. Dann wurde ihr gekündigt - weil die Kanzlei umstrukturiert wurde, ihr Job dabei wegfiel. Und zwei Arbeitsstellen für Rechtsanwalts- und Notargehilfinnen, die während ihrer Kündigungsphase frei wurden, hätten nicht mit der Klägerin besetzt werden können, da diese von ihrer beruflichen Qualifikation her nicht in Frage gekommen wäre.

An diesem Punkt entbrannte ein heftiger Streit: Eigenen Angaben zufolge erledigte die 55-Jährige die umfangreichen Aufgaben einer Reno-Gehilfin - der Rechtsanwalt hingegen behauptet, die Frau habe nur einfache Aufgaben wie Botengänge und Aktenablage geschafft.

Das Problem: Offenbar hatte die Kanzlei den LWL weder über die freien Arbeitsstellen noch über die Qualifikation der Frau informiert. Aber das steht nun gar nicht im Vordergrund. Denn die Frau erwähnte gestern, dass sie zurzeit erwerbsunfähig ist. Daraufhin unterbrach das Gericht die Verhandlung und sichtet jetzt die Renten- und Krankenakten der Frau, um festzustellen, ob die Klage auf Weiterbeschäftigung im Widerspruch zur Erwerbsunfähigkeit steht. if

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