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Sündhaft teurer Samba

Brasilien schraubt als Hausherr im Stadion die Preise hoch

22.05.2007

Ein wenig komisch kommt es Ali schon vor, dass so wenig Leute zum Start des Vorverkaufs erschienen sind. «Na ja, vielleicht ist 10 Uhr ja doch ein bisschen früh», mutmaßte er, als er von den Kartenpreisen erfuhr. «Soll ich jetzt für meine Kollegen kaufen oder nicht?» Per Handy sind sie nicht zu erreichen. Er selbst will auf jeden Fall ein Ticket. «Jetzt sind sie schon mal hier, das kann ich mir nicht entgehen lassen.» Die 18-jährigen Schüler Aydin Ühlü und Mesut Bayrakli haben gerade eine «Freistunde», wie sie augenzwinkernd versichern. Auch sie wollen sich Karten kaufen. «Unsere Leute werden kommen, auch zu diesen Preisen. Und genau damit hat Brasilien ja auch gerechnet.» Ein wenig zerknirscht fügt Mesut hinzu: «Ermäßigung für Schüler wäre ja schon schön gewesen.» Zu Bundesligaspielen geht er selten. «Das reizt mich nicht so. Aber so ein Länderspiel hat schon was. Da gebe ich dann auch mehr Geld aus.» Die Samba-Kicker sind im Juni auf Europa-Tour. Für das Spiel gegen die Türkei hat der brasilianische Fußball-Verband den Signal Iduna Park gemietet und ist am 5. Juni alleiniger Hausherr. Der BVB hat deswegen auch keinen Einfluss auf die Ticketpreise, die in vier Kategorien zwischen 33 und 82,50 Euro gestaffelt sind. Rollstuhlfahrer kommen immerhin für 20 Euro rein. Da aber weder Ali noch Aydin oder Mesut im Rollstuhl sitzen, und die günstigste Kategorie anscheinend bereits übers Internet ausverkauft ist, läuft es auf 49,50 Euro hinaus - pro Person und Karte, für den Oberrang auf Ost oder West. Bei einem BVB-Spiel liegt der Normalpreis für einen solchen Platz je nach Gegner zwischen 20 und 30 Euro. Für Ali steht ohnehin fest, dass die Türken es den Brasilianern auf ihre Art heimzahlen werden. «Wir gewinnen 2:0. Dann stört es eh keinen mehr, dass die Karten unverschämt teuer waren.» dac

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