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Thier-Projekt: Kopfschütteln über Grüne

DORTMUND Kritik und Unverständnis auf der einen, mühsame Erklärungsversuche auf der anderen Seite: Die erneute Verschiebung der Vorentscheidung zum Thier-Projekt sorgt für heftige Diskussionen.

von Von Oliver Volmerich

, 12.02.2008
Thier-Projekt: Kopfschütteln über Grüne

So soll das frühere Berlet-Haus am Westenhellweg als einer der Eingänge zum Thier-Einkaufszentrum nach den Plänen von Entwickler ECE aussehen.

Ursprünglich sollten und wollten die Projektentwickler des Hamburger Investors ECE an diesem Mittwoch in den Fraktionen von CDU und SPD (plus Grünen) ihre Planungen für ein Einkaufszentrum auf dem früheren Brauerei-Areal vorstellen. Die Eckdaten für die 270- Millionen-Investition waren zuvor mit der Verwaltung abgestimmt und weitestgehend auch an die Wünsche der Politik angepasst worden: Die neue Verkaufsfläche wurde entgegen den ursprünglichen Planungen um etwa 10 Prozent auf jetzt 29 000 Quadratmeter reduziert und der Anteil des Textilhandels an den rund 150 Geschäften heruntergefahren. Im Gegenzug will ECE mehr Platz für Kultur, Unterhaltung, Gastronomie und auch für Wohnen einräumen - bis hin zur Einrichtung eines Kinderclubs mit Betreuung.

"Die Größenordnung ist notwendig, um auch über die Grenzen Dortmunds hinaus einen attraktiven Impuls für die Einwohner des Umlands zu setzen", erklärte ECE. Die Metropole Dortmund könne, wie die von der Stadt in Auftrag gegebene Verträglichkeitsstudie zeige, eine solche Verkaufsfläche "ohne unverträgliche Umverteilungseffekte aufnehmen".

Genau daran zweifeln aber die Grünen, deren Bedenken in der Koalitionsrunde am Montag die Verwaltung von der offiziellen Präsentation der Verwaltungsvorlage zur Einleitung des Bebauungsplan-Verfahrens abhielten. Es gebe weiterhin Zweifel an der prognostizierten Anziehungskraft des neuen Centers aufs Umland, betont Fraktionssprecher Mario Krüger. Dazu wolle man eine belastbare Aussage der Verwaltung. Nach wie vor gelte für die Grünen der Grundsatz: "Je kleiner das Einkaufszentrum ausfällt, desto besser."

Sorge um Ruf

Bei der SPD bemühte man sich indes die Wogen zu glätten. "Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Wochen die Kuh vom Eis bekommen", erklärte Fraktionsgeschäftsführer Dr. Andreas Paust. Es seien bereits weitere Gespräche verabredet. Ein Ratsbeschluss wäre dann am 24. April möglich. Ein Termin, auf den nun auch ECE hofft.

"Die Grünen machen ihrem Ruf als Investorenschreck wieder alle Ehre", kommentierte  CDU-Fraktionssprecher Frank Hengstenberg die Entwicklung. "Der grüne Schwanz wackelt mal wieder mit dem roten Hund." Zu hoffen sei, dass durch den "Affront" nicht ein weiterer Großinvestor abgeschreckt werde, erklärte Hengstenberg.

"Es ist nicht gut, wenn ein so wichtiges Projekt wieder auf die lange Bank geschoben wird", findet auch die Sprecherin der Fraktion FDP/Bürgerliste, Dr. Annette Littmann, die ebenfalls um den Ruf der Stadt bei Investoren fürchtet. Und auch sie kritisiert die Rolle der Grünen. Littmanns Eindruck: "Die Stadt wackelt im Takt der Grünen".

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