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Triebtäter im Kinderchat

Fachtagung beschäftigt sich mit den Gefahren durch neue Medien

24.05.2007

«3 Mausklicks entfernt von Pornografie, Gewalt und anderen Gefahren» heißt eine Fachtagung, mit der Jugendamt, Fachbereich Schule und Polizei am kommenden Mittwoch auf die Gefahren durch die neuen Medien eingehen. Für Christa van Meegen-Breyer und Rainer Nehm vom Kommissariat Vorbeugung der Polizei ein Thema, bei dem viel Aufklärungsbedarf herrscht. Rechtsradikalismus, Gewaltverherrlichung, Pornographie, sexueller Missbrauch - all das erhält durch Computer und Handy Einzug in die Kinderzimmer. «Die Eltern haben Angst vor dem fremden Verbrecher und holen sich eine bestimmte Gruppe von Tätern via Internet direkt nach Hause», sagt Christa van Meegen-Breyer. Vielfach bedenken sie nicht, dass es keine wirklich «geschützten» Chatrooms - sozusagen virtuelle Plauderecken im Internet - für ihre Kinder gibt. Im Gegenteil: Wie Rainer Nehm erklärt, ist die Wahrscheinlichkeit, auf pädosexuell motivierte Chatpartner zu treffen, extrem hoch. Fachleute erhalten durch entsprechende Formulierungen und jugendliches Vokabular in den unter Heranwachsenden verbreiteten Chats bereits nach wenigen Minuten eindeutige Nachrichten. Verbale Übergriffe gehören dann noch zu den harmlosen Angriffen auf das Wohl ahnungsloser Kinder. Als weitere Gefahren lauern exhibitionistische Webcams, pornografischen Bilder, Aufforderungen eigene Fotos zu schicken und Verabredungen in der realen Welt mit nicht auszudenkenden Folgen. Christa van Meegen-Breyer: «Die Täter werden im Internet fündig und reisen dann quer durch die Republik, um ihre Opfer zu treffen.» Ein wesentliches Problem bei Handy, Internet und Co: Die Kinder kennen sich damit meist wesentlich besser aus als ihre Eltern. So können die Erwachsenen sie schlechter schützen als im realen Leben; ein Grund dafür, dass bei einer Studie mehr als 50 Prozent der Jugendlichen angaben, in Chatrooms bereits «unangenehme Leute» getroffen zu haben. Sie alle aus den virtuellen Kommunikationsräumen der Kinder herauszuhalten, ist nicht möglich. Wohl aber, die Gefahren einschätzen zu lernen sowie den Umgang damit. «Eltern können das gemeinsam mit ihren Kindern erarbeiten», so Nehm. Sie sollten sich den Lieblingschat zeigen lassen und engen Kontakt halten. «Dann trauen sich die Kinder auch, über schlechte Gefühle zu reden, die bestimmte Fragen oder Aufforderungen auslösen.» Auch deshalb gehöre der Computer nicht ins Kinderzimmer, sondern dahin, wo «eine lockere Kontrolle» möglich ist. Misstrauen sei geboten, wenn die Fragen zu persönlich werden, der Deckname «Sex» enthält (z.B. «cybermanfor6»), übertriebene Komplimente und Aufforderungen auftauchen, Fotos zu schicken oder Sätze fallen wie «das brauchst du deinen Eltern nicht erzählen». Im Ernstfall sollten Übergriffe so schnell wie möglich bei der Polizei gemeldet werden, so die Experten vom Kommissariat Vorbeugung. Hilfreich sind dabei das genaue Datum mit Uhrzeit, die Adresse der Internetseite sowie ein Screenshot von dem Dialog. So besteht zumindest die Chance, «Cybermanfor6» und Co auf die Spur zu kommen. Susanne Riese Internetseiten zum Thema: www.netkids.dewww.zartbitter.dewww.kindersindtabu.dewww.internet-abc.dewww.jugendschutz.netwww.klicksafe.dewww.polizei-beratung.de Empfohlene Chats für Kinder: www.seitenstar.dewww.quasselbude.dewww.tivi-treff.dewww.cyberzweige.de

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