Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Überfälle aus Mutterliebe?

DORTMUND Fünf bewaffnete Raubüberfälle in zwei Wochen, weil er seiner Mutter nicht mehr auf der Tasche liegen wollte? Der 21-jährige Dortmunder gibt dem Gericht trotz seines Geständnisses Rätsel auf.

von Von Christoph Witte

, 05.02.2008

Er habe das Geld für den Alltag und die Fahrprüfung gebraucht, sagte der Abiturient mit stockender Stimme. Fast 18 000 Euro, die er zwischen dem 21. Juli und 7. August 2007 bei Überfällen auf zwei Spielhallen, eine Schlecker-Filiale und die Sparkasse an der Bayrischen Straße erbeutet hatte, reichen theoretisch jedoch für mehrere Führerscheine.

Sicherheitspaket explodierte

Gut, viel hatte er nicht von der Beute, explodierte doch auf der Flucht von dem Sparkassen-Raub ein so genanntes Sicherheits-Paket zwischen den Geldbündeln und färbte die Scheine rot ein. Doch die Frage nach dem Motiv bleibt. Vielleicht liegt die Antwort in Rumänien: Erst im April war der junge Mann aus seinem Heimatland nach Deutschland gekommen. Er wollte in Trier Umweltwissenschaften studieren, sagte er. Später war aber auch von „Schwierigkeiten“ und „Schulden“, die er in Rumänien hatte, die Rede. Für die Kammer lag der Verdacht nahe, der 21-Jährige sei erpresst worden: „Es deutet daraufhin, dass Sie ferngesteuert sind.“

Nach Tat "Schönen Tag" gewünscht

Doch der Angeklagte bestreitet dies und bleibt bei der Version, dass er die Waffe, eine Schreckschusspistole, von einem Bekannten genommen und ohne lange nachzudenken, seine Überfallziele ausgesucht hat. Bei den Taten ging er ruhig und zielstrebig vor. In der Drogerie soll er der Kassiererin im Gehen noch einen „schönen Tag“ gewünscht haben. Dass seine Opfer teilweise um ihr Leben flehten, schreckte ihn nicht ab. Festgenommen wurde er vor einer Spielhalle an der Kaiserstraße. Ein Kunde hatte sich auf ihn gestürzt und überwältigt. „Am nächsten Tag wollten wir gemeinsam zur Uni fahren“, sagte sein Stiefvater mit Tränen in den Augen vorm Gerichtssaal. Auch er sucht nach Antworten.

Lesen Sie jetzt