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Unheimliche Klänge aus dem Urwald

26.02.2008

Unheimliche Klänge aus dem Urwald

<p>Felix Reimann. Archiv</p>

Schon im 1. Konzert für junge Leute sind die Dortmunder Philharmoniker musikalisch nach Amerika gereist. Sie blieben dort bis zum 2. Jugendkonzert am Montag im Konzerthaus und noch tiefer eingetaucht in südamerikanische Klänge und die Natur.

Den Franzosen Darius Milhaud ließ das Orchester unter Leitung von Felix Reimann noch träumen von der "Sehnsucht nach Brasilien" - in der Sinfonischen Dichtung "Uirapurú" von Villa-Lobos waren die Jugendlichen und Musiker dann mitten drin im Amazonas. Das Märchen des Zaubervogels Uirapurú hat der Komponist aus Rio in aufregenden Tönen erzählt. Und die Philharmoniker setzten das ebenso aufregend um. Es knisterte, knackte und raschelte im Schlagwerk so unheimlich wie im Dschungel, Geigen zirpten, und der Zaubervogel sang in der Querflöte ein Duett mit einem besonderen Instrument: Das Violinphon, eine mit zwei Schalltrichtern verstärkte Geige ohne Holzkorpus, hatte Konzertmeister Günter Marx extra aus dem Museum in Kemnade ausgeliehen.

Sehnsucht, Wehmut und Melancholie gehört zum amerikanischen Leben. Bandoneonsolist Alexander Matrosov ließ diese mit einem sehr emotionalen Spiel aus der "Erinnerung" von Piazzolla klingen. Und der amerikanische Posaunist der Philharmoniker, Jamie Williams, steigerte sie in der "Fantasy" von Paul Creston von einfühlsamen Posaunen-Glissandi zu rasanten Rhythmen.

Das klassische Schulunterrichts-Werk aus den USA ist Gershwins "Amerikaner in Paris". Trotzdem hätte man den Jugendlichen noch etwas zum Programm der sinfonischen Dichtung erklären können, bevor sich die Philharmoniker ins Getümmel zwischen hupende Taxen auf der Champs-Élysées stürzten. JG

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