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Verein impft Mieter gegen Tricks

Neue-Heimat-Wohnungen verkauft

19.05.2007

Brackel Helmut Lierhaus Das Prinzip ist stets dasselbe: «Die Immobiliengesellschaft kauft Wohnungen, führt hie und da ein bisschen Kosmetik an den Gebäuden durch und erhöht womöglich die Mieten, um die Objekte anschließend gewinnbringend wieder weiter zu verkaufen. Am Mieter und dessen Wohlergehen zeigt sie leider meist kein Interesse», erklärte (Foto) vom Mieterverein Dortmund. Zusammen mit dem Juristen Holger Gautsch hatte er die Anwohner von Ordalweg, Richtsteig und Geleitstraße zu einer Informationsveranstaltung ins Vereinshaus der Gartenanlage Wilhelm Hansmann eingeladen. Der Hintergrund: 20 Jahre lang gehörten die 150 ehemaligen Neue-Heimat-Wohnungen vor Ort zur bundesweiten Immobiliengesellschaft Dr. Görtmüller KG in Düsseldorf. Jetzt sind sie an die Firma Häusserbau in Bochum verkauft worden. «Meist versucht das Unternehmen, das gern als ordentliches Familienunternehmen auftritt, mit allen möglichen Tricks die Mieten zu erhöhen, um die Objekte für potenzielle Käufer attraktiv zu machen», schilderte Lierhaus. Seine langjährige Erfahrung mahnt den Sprecher der Volksinitiative «Sichere Wohnungen und Arbeitsplätze» zur Vorsicht: Oft habe er erlebt, wie Vertreter der Verwaltung vor der Tür stehen und höflich Ausbesserungen in der Wohnung anbieten. «Und ehe Sie sich versehen, haben Sie eine Mieterhöhung unterzeichnet», warnte er die rund 50 Gäste im Saal. Daher sei das vorrangige Ziel des Mietervereins, die Anwohner gegen solche Fallen zu impfen. Außerdem stünden bei Schwierigkeiten mit dem «berühmten Kleingedruckten» die Türen des Vereins jederzeit offen. Doch müssen die Mieter deswegen auf dringende Reparaturen in ihren Wohnungen verzichten? «Auf gar keinen Fall», betonte Jurist Holger Gautsch. «Die Rechtslage ist unverändert. Teilen Sie Schäden dem Vermieter mit und drängen Sie auf Verbesserung.» Dass dies nicht immer einfach ist, weiß Ilse Schrom. Bei ihr blieb das Unternehmen stur und reagierte nicht auf ihre Beschwerden. Doch auch die Rentnerin gab nicht nach. Sie erreichte eine Mietsenkung von 10 Prozent. «Solche Beispiele machen Mut», freute sich Helmut Lierhaus. «Grund zur Panik besteht nicht. Auch wenn diese Unternehmen ihren Mietern nichts schenken und viel herausholen wollen, ist dies kein Anlass, das vertraute Umfeld zu verlassen. Schließlich ist auch Häusserbau auf Ihre Mieten angewiesen und kann sich unseriöses Vorgehen nicht erlauben.» phip

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