Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Vertrauen braucht Zeit

Streetworker in Gesprächen mit Jugendlichen

24.05.2007

Erschienen waren bei der von der CDU-Ortsunion initiierten Veranstaltung neben betroffenen Bürgern die Leiterin des Jugendheimes im Ortsteil, Maria Folkery, der Fachreferent für Kinder- und Jugendförderung Jörg Bitter, der Vorsitzende des BV Westfalia, Hans Walter von Oppenkowski sowie Udo Tigges, 1. Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeiwache Asseln - einzig und allein Vertreter der Jugendlichen fehlten. «Die Polizei sitzt eigentlich am Ende der Kette», fasste Udo Tigges die Möglichkeiten der Uniformierten zusammen. Was die Beamten seiner Wache, die mit 18 Mann in drei Schichten präsent sei, tun könnten, wenn es wieder einmal Probleme mit alkoholisierten Jugendgruppen gäbe, beschränke sich auf Platzverweise oder Anzeigen. Wichtig sei darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Jugendlichen hauptsächlich um vernünftige Menschen handele, mit denen man reden könne. «Ein Teil unseres Maßnahmenpakets besteht aus verlängerten Öffnungszeiten des Jugendtreffs, der Eröffnung eines Jugendtreffs der «Falken» an der Meylantstraße und dem Einsatz zweier Jugendarbeiter, die freitags und samstags von 19 bis 1 Uhr Beziehungsarbeit leisten», berichtete Jörg Bitter. Die «Streetworker» Lisa Hartleib und Steven Naumann ergänzten: «Bis wir an die Jugendlichen rankommen, ihr Vertrauen und erste Ergebnisse haben, braucht es bestimmt noch drei bis vier Monate.» Die am häufigsten gestellte Frage sei: Wo sollen wir denn hin? «Wir müssen uns heute Abend als erstes fragen, warum wir hier ohne die Jugendlichen sitzen und über sie reden, anstatt mit ihnen», setzte anschließend Hans Walter v. Oppenkowski einen anderen Schwerpunkt. «Die Jugendlichen fragen sich doch zurecht, ob wir überhaupt ihre wirklichen Sorgen kennen - Jugendarbeitslosigkeit, Probleme im Elternhaus zum Beispiel», warnte der Vereinsvorsitzende vor einer Kriminalisierung der Teenager. Die Möglichkeiten der Sportvereine seien hier aber begrenzt. «Wir können nur präventiv arbeiten, den Heranwachsenden Tugenden wie Selbstwertgefühl, Achtung, Disziplin vermitteln», so Oppenkowski. Moderator und Bezirksvertreter Jendrik Suck zog Bilanz: «Klar geworden ist, dass eine wirkliche Lösung erstens nur in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen und allen Beteiligten und zweitens in der Einstellung jedes Einzelnen gefunden werden kann. Ausschließlich die Politik oder die Polizei verantwortlich zu machen, sei falsch. Sebastian Wein

Lesen Sie jetzt