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Warnstreik bescherte „Ersatz-Silvester“

DORTMUND Alles ruhig – so klang es fast überall am großen Warnstreik-Tag im öffentlichen Nahverkehr. Für große Probleme sorgte der Ausfall von Bussen und Bahnen offensichtlich nicht.

von Von Britta Linnhoff

, 22.02.2008
Warnstreik bescherte „Ersatz-Silvester“

Kampfbereit: Gute Stimmung herrschte bei den Streikenden am Bus-Betriebshof in Brünninghausen.

Am frühen Morgen um 2.30 Uhr hatte an den Stadtwerke-Depots in Dorstfeld und Brünninghausen der Ausstand der Fahrer begonnen, dem sich später auch die Werkstätten und die Verwaltung des Verkehrsunternehmens anschlossen. Die Einfahrten wurden mit abgestellten Fahrzeugen blockiert. Doch Streikbrecher waren ohnehin nicht in Sicht. Rund 1000 Beschäftigte haben sich im Laufe des Tages dem Warnstreik angeschlossen, bilanzierte der Geschäftsführer der Gewerkschaft verdi, Uli Dettmann, am Abend.

Fast alle Pendler hatten sich offenbar gut auf den Ausfall von Bussen und Bahnen eingestellt und waren meist auf das Auto umgestiegen. Die Straßen waren zwar etwas voller, trotzdem war es außergewöhnlich ruhig, berichtete die Polizei. Bei der Bahn AG, die S-Bahnen und Regionalzüge weiter im Einsatz hatte, gab ebenfalls keinen unerwarteten Andrang.

Auch an den Schulen lief alles normal. Hier und da gab es leere Stühle, das Mallinckrodt-Gymnasium etwa meldete lediglich „Einzelfälle“. An der Europa-Gesamtschule bot sich nach Auskunft der Schule ein sehr unterschiedliches Bild: Während manche Klassen vollständig waren, fehlte in anderen bis zu ein Drittel der Schüler.

Einen Boom bescherte der Ausfall von Bussen und Bahnen der Taxi-Branche. Weit über 50 Prozent mehr Fahrten als üblich bilanzierte der Chef der Taxi-Genossenschaft, Dieter Zillmann. Fast alle Fahrzeuge – insgesamt mehr als 400 – seien im Einsatz. Viele Pendler hätten schon am Abend vorher einen Wagen vorbestellt. Spontane Anrufer mussten deshalb am Morgen etwas länger warten.

Für die wirtschaftlich gebeutelte Taxi-Branche war der Streiktag ein „warmer Regen“. „Das ist so eine Art Ersatz-Silvester für uns“, freute sich Zillmann nicht zuletzt mit Blick auf die Ausfälle in der nebligen Neujahrsnacht. „Meinetwegen können die ruhig länger streiken.“

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