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Wenig Prognoseunterricht

DORTMUND Nur 26 von 5355 Grundschul-Abgängern sind für den Prognoseunterricht im April angemeldet. Bei der Einführung im vergangenen Jahr nahmen in Dortmund noch 85 Schüler an dem dreitägigen Unterricht teil, um sich für eine höhere Schulform zu qualifizieren.

von Von Susanne Riese

, 28.02.2008
Wenig Prognoseunterricht

Schulrat Bernd Bandulewitz.

Zum zweiten Mal durchkreuzten im Januar die verbindlichen Empfehlungen auf dem Zeugnis die Zukunftspläne mancher Viertklässler. Wer mit der dort festgeschriebenen Schulform nicht einverstanden ist, dem bleibt neben dem Widerspruch nur der dreitägige Prognoseunterricht, durch den die Tauglichkeit erneut überprüft wird.

In diesem Jahr stießen die Lehrerentscheidungen jedoch auf weit größere Akzeptanz als zur Premiere, wie Schulamtsdirektor Bernd Bandulewitz auf Anfrage erklärt: Einen Widerspruch und 26 Teilnehmer für den Prognoseunterricht zählt der Schulrat bei 5355 Schülern, die in diesem Jahr die 93 Grundschulen verlassen. 2007 hatten sich von 5665 Viertklässlern noch 88 für den Prognoseunterricht entschieden. Den Rückgang an "Nachprüfungen" führt Schulrat Bandulewitz auf stimmigere Empfehlungen zurück: "Wir haben uns mit den Schulen noch einmal über die Leistungsbewertung verständigt."

Real- statt Hauptschule

Von den 85 Schülern, die im vergangenen Jahr schließlich an dem dreitägigen Prüfungen teilnahmen, erreichten 32 ihr Ziel, die höhere Schulform. Diesmal geht es den meisten (21) darum, ihren Realschulwunsch zu verwirklichen, obwohl eine Empfehlung für die Hauptschule vorliegt bzw. für die Gesamtschule, bei der die Anmeldung grundsätzlich möglich ist.

Da die neun Dortmunder Gesamtschulen mehr als 200 Kinder abweisen mussten, versuchen nun einige über diesen Weg die ungeliebte Hauptschule zu umgehen. Fünf Schüler möchten sich am Gymnasium anmelden, haben aber nur eine Realschul-Empfehlung.

Kernbereich Lesekompetenz

Sie alle treffen sich, verteilt auf zwei Gruppen, vom 7. bis 9. April zur intensiven Beobachtung und abschließenden Neueinschätzung durch zwei Lehrkräfte und den Schulrat. Die Aufgaben für den Prognoseunterricht gibt das Land vor, Lesekompetenz und alles was dazugehört bilde einen Schwerpunkt.

"Die Zustimmung zur gewünschten Schulform darf nur bei einer einstimmigen Entscheidung verweigert werden", sagt Bandulewitz. Hat auch nur einer der drei Gutachter Zweifel, so wird dem Schüler- bzw. Elternwunsch stattgegeben. Bei all dem Aufwand gehe es um die Frage, ob das Kind voraussichtlich in der gewünschten Schulform erfolgreich gefördert werden kann. "Wir machen uns die Entscheidung nicht leicht."

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