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Wenn Keime Patienten Angst machen

03.02.2008

Wenn Keime Patienten Angst machen

<p>Dr. Annette Düsterhaus. F. Archiv</p>

s sind vier Buchstaben, die Patienten, Ärzte und Pfleger im Krankenhaus vor Angst zusammenzucken lassen: MRSA, die multiresistenten Keime (Foto), denen Antibiotika kaum etwas anhaben können. MRSA, also Methicillin-restistenter Staphylococcus aureus, ist ein kugelförmiges, sich ins Blaue verfärbende Bakterium, das häufig in Traubenform angeordnet ist.

Bekommt der Keim durch günstige Bedingungen oder ein schwaches Immunsystem die Gelegenheit, sich auszubreiten, kommt es beim Menschen zu Hautinfektionen (Furunkel, Karbunkel), im Körper zu lebensbedrohlichen Erkrankungen. Durch die Resistenzen gegen mehrere wichtige Antibiotika stellen MRSA-Stämme durch ihre schlechte Behandelbarkeit eine hohe Gefahr dar.

Eine Umfrage des Landesgesundheitsministeriums hatte die Diskussion über die Hygiene in Kliniken neu angestoßen. Dr. Annette Düsterhaus, die Leiterin des Dortmunder Gesundheitsamtes, bleibt gelassen: "Hier arbeiten alle Akteure des Gesundheitsbereiches erfolgreich zusammen. Das gilt auch für die stetige Optimierung der Hygiene im stationären Bereich." Das Thema der multiresistenten Keime beschäftige alle Beteiligten seit langem in der kommunalen Gesundheitskonferenz. Zusätzlich riefen sie im März letzten Jahres den Arbeitskreis Infektionsschutz ins Leben. Geplant ist außerdem die Bildung eines MRSA-Netzwerkes.

Die Gesundheitskonferenz beschloss die Einrichtung eines eigenen Arbeitskreises der Hygienebeauftragten der Krankenhäuser unter Federführung des Gesundheitsamtes. Zu den herausragenden Themen der bislang fünf Arbeitstreffen zählte MRSA. Unter anderem stellten die Fachleute gute Verfahren vor, die in den verschiedenen Krankenhäusern erfolgreich umgesetzt werden.

Zahlen, wie viele MRSA-Infektionen in den Dortmunder Krankenhäusern jährlich gefunden werden, ließen sich über das Gesundheitsamt nicht ermitteln. Amtsapotheker Georg Bühmann (Foto): "MRSA ist nur mitteilungspflichtig, wenn die Keime im Krankenhaus erworben werden." Hier sei ein Nachweis schwer zu erbringen.

Ein MRSA-Netzwerk für Dortmund wird aufgebaut. Außerdem führt das Gesundheitsamt regelmäßig Hygiene-Begehungen in den Dortmunder Häusern durch. bö

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