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"Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Mit Trillerpfeifen und teils in Arbeitskleidung waren gestern tausende Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes angerückt, hatten sich mit Plakaten bewaffnet und den Friedensplatz mit Fahnen in ein rot-weiß-orange-grünes Meer des Protestes verwandelt.

19.02.2008

Die Gewerkschaft verdi hatte zum Streik aufgerufen - Mitarbeiter u.a. von EDG, Sparkasse, Stadtverwaltung sowie der 108 städtischen Kindertagesstätten (Fabido) waren dem Ruf gefolgt. Folge: Die städtischen Kitas blieben geschlossen, die Abfuhrtermine für die braunen und grauen Tonnen verschieben sich um einen Tag.

Krankenschwestern, Zollbeamte, Straßenwärter, Erzieher: Sie alle protestierten gegen das Angebot der Arbeitgeber, 5 % mehr Lohn zu zahlen - bei gleichzeitiger Anhebung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden. "In den letzten vier Jahren hatten wir einen Reallohnverlust von fünf Prozent zu verkraften. Jetzt sollen wir uns die Lohnerhöhung durch Mehrarbeit auch noch selbst finanzieren?" schallte die Stimme von Achim Meerkamp, verdi, per Lautsprecher über den Platz, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Trillerpfeifkonzert der Zuhörer. Seine Forderung: Acht Prozent mehr Lohn und 200 Euro mehr für jeden.

Das will auch Klaus Schlüter aus Lüdinghausen und schwenkt die hellgrüne Fahne vom Verband Deutscher Straßenwärter. Der 43-jährige Vater dreier Kinder "will endlich wieder ruhig in die Zukunft blicken".

Als Straßenwärter bessert er die Fahrbahn aus, reinigt sie nach Unfällen und kümmert sich um die Beschilderung. Körperlich anstrengende Arbeit bei Wind und Wetter, und "mit rund 1450 Euro netto am unteren Ende der Einkommensskala". Seine Frau arbeitet nicht. "Sie kümmert sich um unsere Kinder, eine Investition in die Zukunft", sagt er.

3500 Menschen harrten laut Polizei von 10 bis 11 Uhr bei heißem Kaffee oder Tee vor dem Rathaus aus. Rund 6000 sollen es nach Schätzungen von Uli Dettmann, Bezirksgeschäftsführer von verdi Dortmund, gewesen sein. Verdis Botschaft ist klar: "Arroganz und Ignoranz der Arbeitgeber mit flächendeckenden Streiks begegnen." Und die sollen noch diese Woche weitergehen, denn: "Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht wir, wer dann?" Bianca Belouanas

Wirtschaft

Seite 2: Blickpunkt

"Wenn nicht jetzt, wann dann?"

<p>Gabi Schmidt von verdi am Rednerpult.</p>

"Wenn nicht jetzt, wann dann?"

<p>Tausende Mitarbeiter aus dem Öffentlichen Dienst streikten gestern auf dem Friedensplatz für mehr Geld. RN-Fotos (3) Wegener</p>

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