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"Westfale braucht Nachhilfe in Genuss"

18.02.2008

"Westfale braucht Nachhilfe in Genuss"

<p>Peter Erik Hillenbach. Foto privat</p>

Das wird Dortmunder Gastronomen sauer aufstoßen: Der beliebte wie kritische Restaurantführer "Dortmund geht aus" wird dieses Jahr nicht erscheinen. Wer auf die neue, für März vorgesehene 5. Ausgabe des im Überblick Verlag erscheinenden Ausgeh-Ratgebers wartet, wird enttäuscht. RN-Redakteurin Steffi Tenhaven sprach mit Chefredakteur Peter Erik Hillenbach über die Hintergründe.

Herr Hillenbach, seit 2004 schreiben Sie über die hiesige Gastro-Szene. Sind Sie übersättigt?

Hillenbach: Nein. Grund für die Pause ist, dass sich 2007 hier gar nichts getan hat. Es gab keine interessanten Neueröffnungen, wie noch Anfang des Jahres das "Vegetaria" im Kaiserstraßenviertel, was uns zur Einrichtung der neuen Kategorie "Bewusst genießen" veranlasst hat. Stattdessen haben etablierte Häuser wie z.B. Haus Mentler dicht gemacht. Gleiches gilt für die SBB-Gruppe mit dem Edo und Meyers Lanskys. Stattdessen kommt Kentucky Fried Chicken. Das ist einfach traurig.

Sie beobachten auch die Köche in Dortmunds Nachbarstadt Essen. Sieht es dort denn besser aus?

Hillenbach: Ja, in Essen passiert ständig etwas Neues. Da ist viel mehr Bewegung. Natürlich gibt es auch für Dortmund positive Beispiele dafür, wie sich Restaurants weiterentwickeln können. Zum Beispiel das Dieckmanns. Da gehe ich gerne hin. Das hat sich erfolgreich neu erfunden. Aber in den bundesweit erscheinenden Restaurantguides ist Dortmund als zweitgrößte Stadt in NRW mit beschämend geringen Nennungen miserabel vertreten.

Welche weiteren Gründe gibt es, dass Sie die lokale Gastroszene als trist empfinden?

Hillenbach: Es heißt nicht erst seit gestern: Der Dortmunder lässt sich nicht gerne beim Geldausgeben beobachten. Der Westfale braucht Nachhilfe in Genuss und Lifestyle.

Wenden Sie jetzt den Blick von Dortmunds Kochtöpfen ab?

Hillenbach: Wir werden die gastronomische Entwicklung weiterhin aufmerksam verfolgen. Und ich hoffe, dass es bei dieser einmaligen Pause bleibt. Außerdem werden wir vor dem Hintergrund des Kulturhauptstadtjahres 2010 das Schwestermagazin "Essen geht aus" mit empfehlenswerten Dortmunder Adressen anreichern.

Peter Erik Hillenbach (48) ist Gastrokritiker und Chefredakteur von "Dortmund geht aus." Zudem beobachtet er die kulinarische Szene in Essen, Hamburg und Baden-Baden. Er testet im Jahr 250 Restaurants und wiegt rund 88 Kilo.

Hillenbach: "Das sind zehn zu viel."

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