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Wie der Vater, so der Sohn

24.02.2008

Igor Oistrach ist in die Fußstapfen seines Vaters David getreten, und auch in den Familien Bach, Mozart, Strauß und Stockhausen galt: "Wie der Vater so der Sohn".

Bei den Manz' scheint das ähnlich zu sein: Pianist Wolfgang Manz war 1982 und 1985 Stipendiat der Mozart-Gesellschaft, jetzt ist es sein Sohn Sebastian Manz (Foto). Und der gerade einmal 22 Jahre junge Klarinettist brachte gestern bei der 5. Mozart-Matinee im Konzerthaus das Publikum mehr zum Staunen als einst der Vater.

Der Student von Sabine Meyer scheint Kiemen zu haben, mit einem so unendlich langen Atem blies er das Klarinettenkonzert von Mozart. Mit einem Ton voller Wärme und Seele, einem gehauchten Piano, das ihn zum "Verführer mit der Klarinette" machte, und einem ausnehmend schön phrasierten Spiel. In einem Klangstrom, den man so ausgeprägt selten hört, ließ er das Werk aus dem Todesjahr vorbeiziehen, konzentrierte sich aber nicht nur auf ein Wunderschönspiel, sondern gab allen Sätzen Ausdruckstiefe, Substanz und Gehalt.

Die Württembergische Philharmonie aus Reutlingen war ein exquisiter Begleiter, eines der besten Orchester dieser Saison der Mozart-Gesellschaft. Mit dem Japaner Norichika Iimori, der bis Sommer Chefdirigent des Orchesters war, hatten die Reutlinger einen wachen und sensiblen Leiter, der die weichen Bewegungen seines ästhetischen Dirigierstils in Klang umsetzt und alle Werke auch dynamisch klug und wirkungsvoll auffächerte.

In Mozarts Ouvertüre zur "Gärtnerin aus Liebe" hörte man die Liebe und Sorgfalt, mit der Iimori behutsame Klänge formte und in Beethovens Prometheus-Ouvertüre die Präzision, mit der das Orchester ans Werk geht. Mit der Genauigkeit eines Uhrwerks spielten es die quirlige Melodik der Ouvertüre, das Finale von Beethovens 8. Sinfonie und Mozarts Figaro-Ouvertüre als Zugabe. JG

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