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Winziger geht's kaum

Maschinen von der Größe eines Staubkorns, chemische Produktionsanlagen im Fingerhutformat oder medizinische Instrumente, die nur noch unter einem Mikroskop sichtbar werden: Die unsichtbare Revolution hat längst begonnen.

18.02.2008

Die Nanotechnologie macht es möglich. Winziger geht's kaum. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Fünftausend mal dünner als ein menschliches Haar. Wenn es um die Erforschung, Bearbeitung oder Herstellung von Gegenständen geht, die kleiner als 100 Nanometer sind, also mehr oder weniger im Reich von Atomen und Molekülen, ist Dortmund nicht nur Spitze, sondern seit gestern auch Schauplatz für die erste, landesweite Nano-Konferenz. Rund 800 Unternehmer und Wissenschaftler sind im Kongresszentrum der Westfalenhallen zusammen gekommen, um sich über die winzigen Teile, die Großes tun, auszutauschen.

Start-up-Firmen und Mittelständler wissen das wissenschaftliche Umfeld in Dortmund für das Riesengeschäft seit jeher zu schätzen. 97 Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben sich mittlerweile hier angesiedelt. Laut neuem MST-Atlas des Branchenverbandes IVAM ist die Westfalen-Metropole damit für die Herstellung mechanischer Maschinenbauteile im Miniatur-Format der Standort in Deutschland schlechthin; auch europaweit nimmt die Stadt auf diesem Gebiet eine führende Rolle ein.

Nach Angaben der Wirtschaftsförderung beschäftigen die heimischen MST-Firmen inzwischen rund 2100 Mitarbeiter. IVAM-Geschäftsführer Dr. Uwe Kleinkes spricht von einem "Club der erfolgreichen Trendsetter". Die mikrotechnischen Zwerge machten Produkte erst wettbewerbsfähig.

Der Reiz am Unsichtbaren sei in Dortmund jedenfalls ungebrochen. Auch international wird der Standort laut Kleinkes inzwischen wahrgenommen. Als größtes Wachstumshemmnis könnte sich nach seinen Worten fehlendes Kapital erweisen. Vor allem bei jungen, noch nicht etablierten Firmen, könnte dadurch der Unternehmergeist zum Erliegen kommen.

Bei der Ansiedlung neuer Firmen ruhen die Hoffnungen auf der MST.factory, der Fabrik für Mikrosystemtechnik auf Phoenix-West. Hier arbeiten Existenzgründer inzwischen im Schatten des Gasometers mit dem denkmalgeschützten Hoesch-Schriftzug unter dem Dach der Ideenschmiede, in der sie wie in einem Brutkasten wachsen können. Erst wenn sie ihre Produkte zur Marktreife gebracht haben, müssen sie sich dem Wettbewerb stellen. ar

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