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'Wohl der gesamten RWE wichtiger als Standort Dortmund'

19.02.2008

Die Sorgen um den Standort der RWE Systems AG in Dortmund sind offenbar berechtigt. Das belegt ein der Redaktion vorliegender Briefwechsel zwischen dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Ernst PrüsseJürgen Großmann ( Foto li.) und RWE-Konzernchef (Foto re.). Der Ton ist schon fast schroff. Die Äußerungen Großmanns zur RWE Systems AG lassen nicht allzu viel Gutes erahnen. Tenor: Das Wohl der gesamten RWE ist wichtiger als der Standort Dortmund.

Prüsse erinnert in seinem Schreiben zunächst daran, dass bei der Fusion von VEW und RWE im Jahre 2000 vereinbart worden sei, "dass verschiedene Führungsgesellschaften der RWE in Dortmund verbleiben und mit dem notwendigen Personal ausgestattet sind". Prüsse möchte nun wissen, ob die nun bekannt gewordenen Veränderungen bei der RWE Systems "rein organisatorisch sind", oder ob damit eine Verlagerung von Arbeitsplätzen verbunden sei. Falls letzteres der Fall sein sollte, erwarte er vom Vorstandsvorsitzenden der RWE AG, dass er sich an die frühere Vereinbarung halte. Es folgt eine unverhohlene Drohung: "Lassen Sie mich in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass bei der Schließung von Firmensitzen bzw. einem Abzug von Arbeitsplätzen das Verhältnis der Stadt Dortmund zu RWE überdacht werden müsste." Dabei erwähnt er u.a. das Unisono-II-Projekt - da steht ein neues Energieunternehmen fürs Ruhrgebiet hinter -, bei dem auch RWE ein Wörtchen mitreden will.

Großmann verfasst die Antwort in klaren Worten. "Ich lasse derzeit rechtlich prüfen, welche heute noch geltenden Verpflichtungen die RWE AG in Bezug auf den Standort Dortmund eingegangen ist." Im Übrigen fühle er sich "dem Wohle der gesamten RWE" verpflichtet. Es könne "dabei nicht darum gehen, Einzelabreden zur Bewahrung von Besitzständen über das Wohl des Gesamten zu stellen." Gleichwohl sei er sich sicher, "dass beim Umbau unserer RWE im Sinne unserer Aktionäre, unserer Kunden und unserer Mitarbeiter ein Zukunftsmodell" entwickelt werde, das die RWE wettbewerbsfähig halte. "Welche Rolle dabei der Standort Dortmund spielen kann und wird, lässt sich heute tatsächlich noch nicht sagen." kiwi

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