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Zahnarzt-Streit: Ex-Angestellte warten auf Geld

27.02.2008

Die chaotischen Zustände in einer Dortmunder Zahnarzt-Praxis (wir berichteten) haben gestern das Arbeitsgericht erreicht. Es geht um Lohn und Zukunft der einst sieben Angestellten.

Den Auftakt machte eine junge Zahnarzthelferin. Ein Jahr lang hatte die 25-Jährige in der Praxis von Dr. Martin T. und dessen Ex-Partnerin gearbeitet, bevor ihr am 25. Januar die fristlose Kündigung präsentiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war eine Weiterbeschäftigung aber wohl auch nicht mehr möglich. Die Praxis war leer, die Leasingbank hatte die vorfinanzierte Einrichtung wieder abgeholt.

Danach ging es in der Praxis drunter und drüber. Leidtragende sind vor allem die ehemaligen Mitarbeiter. Die 25-jährige Klägerin wartete bis heute auf ihr ausstehendes Januar-Gehalt. Geld vom Arbeitsamt gibt es auch nicht. Dr. T. weigert sich offenbar, die nötigen Unterlagen auszufüllen. "Ich habe sie sogar per Einschreiben abgeschickt", sagte die zahnmedizinische Fachangestellte. Auf die Antwort wartet sie bis heute.

Ihr Ex-Chef, der bereits im Dezember 2007 eine Eidesstattliche Versicherung (früher Offenbarungseid) abgelegt haben soll, ist trotz Ladung nicht zum Prozess erschienen. Richter Gerhard Stiens verhängte daraufhin ein Ordnungsgeld von 50 Euro. Weiteres Problem: Die Kündigung, die der 25-Jährigen damals überreicht wurde, genügt nicht mal in Ansätzen den gesetzlichen Voraussetzungen und gilt damit als unwirksam.

Zurück zu Dr. T. will die Ex-Angestellte aber ohnehin nicht. Obwohl der Chef angeblich wieder praktiziert. Im Prozess wurde davon gesprochen, dass er sogar eine neue Angestellte hat.

Die Anwälte der beiden Zahnärzte wollen nun versuchen, den Streit mit den Ex-Angeklagten ohne weitere Prozesse beizulegen. Sollten sie scheitern, geht es im Mai weiter. Jörn Hartwich

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